Milliarden-Strafe
JP Morgan und US-Behörde sollen sich geeinigt haben

Die Einigung soll kurz vor der Verkündigung stehen: JP Morgan und die US-Behörden haben laut Medienberichten die Details der Milliarden-Strafe wegen dubioser Hypothekengeschäfte besprochen. Es geht um Rekordsummen.
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New YorkDie US-Großbank JP Morgan und die US-Behörden haben sich einem Insider zufolge auf Details der 13 Milliarden Dollar schweren Strafe wegen dubioser Hypothekengeschäfte geeinigt. Demnach werde JP Morgan insgesamt vier Milliarden Dollar indirekt an Verbraucher weitergeben, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

1,5 Milliarden Dollar davon seien für die Abschreibung von Krediten vorgesehen, bei denen die Höhe der Hypothek den Wert der Immobilie übersteige. Zudem sollten bestimmte Kredite mit niedrigeren Tilgungsraten ausgestattet werden, was 500 Millionen Dollar koste. Die übrigen zwei Milliarden Dollar seien für diverse Bereiche eingeplant. Unter anderem sollten damit neue Kredite an Menschen mit eher geringem Einkommen in besonders von der Häuser-Krise betroffenen Gegenden oder der Abriss von verlassenen Häusern finanziert werden.

Es wird erwartet, dass die Einigung zwischen den Behörden und der Bank am Dienstag verkündet wird, schrieb das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf eingeweihte Personen. Auch die „Financial Times“ berichtete am Montag, dass nach der Beilegung eines wichtigen Streitpunkts der Weg für den Vergleich frei sei. Demnach übernimmt JP Morgan nun auch die Verantwortung für Fehler der in der Finanzkrise übernommenen US-Sparkasse Washington Mutual. Die beiden Parteien äußerten sich nicht dazu.

Bankchef Jamie Dimon war Ende September persönlich nach Washington gereist, um mit Justizminister Eric Holder zu sprechen. Bislang konnte sich JP Morgan Chase aber nur auf einen Teilvergleich über 5,1 Milliarden Dollar einigen - dabei ging es um Geschäfte mit den zwei staatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac. Die Bank hatte am Freitag zudem getrennt davon einen 4,5 Milliarden Dollar schweren Vergleich mit privaten Investoren verkündet.

Die Behörden haben JP Morgan Gesetzesverstöße beim Verkauf von Wertpapieren und Immobilienkrediten vorgeworfen, die von 2005 bis 2007 und damit aus Zeiten vor der Krise herrühren. Nach dem Platzen der Preisblase am US-Immobilienmarkt wurden viele mit Hypotheken besicherten Wertpapiere aber weitgehend wertlos. Die Besitzer machten hohe Verluste und die Krise nahm ihren Lauf. Viele Institute gerieten in finanzielle Schwierigkeiten und mussten staatlich gestützt werden. Im Oktober hatten die Bank und die Aufsichtsbehörde FHFA erklärt, sich in dem Streit weitgehend geeinigt zu haben.

Der bisherige Rekord für eine Strafzahlung eines Unternehmens an die USA wurde erst im Januar aufgestellt: Der Ölkonzern BP zahlte für eine von ihm verursachte Ölverschmutzung im Golf von Mexiko vier Milliarden Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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