Milliarden-Verkauf
Neuer Rückschlag für Chinas Banken

Der finanzstarke Staatsfonds Temasek hat milliardenschwere Anteile verkauft. Die Hypothekenbank CCB und die Bank of China verbuchten Kursverluste von über drei Prozent. Temasek sammelte rund 3,6 Milliarden Dollar ein.
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Hongkong/SingapurErneuter Rückschlag für chinesische Banken: Nur einen Tag nach der Warnung von Moody's vor einer Herabstufung wegen der hohen Verschuldung der chinesischen Kommunen, trennte sich der finanzstarke Staatsfonds Temasek aus Singapur am Mittwoch von milliardenschweren Anteilen. Der Bankensektor in China kam dadurch erneut unter Druck und verbuchte deutliche Kursverluste. Marktteilnehmer befürchteten weitere Anteilsverkäufe an chinesischen Kreditinstituten.

Mit der Reduzierung der Beteiligung an der Bank of China sowie an Chinas größter Hypothekenbank CCB sammelte Temasek rund 3,6 Milliarden Dollar ein. Das Geschäft sei innerhalb von wenigen Stunden aufgrund der großen Nachfrage über die Bühne gegangen, erfuhr Reuters von Marktteilnehmern. Beide Institute verbuchten am Mittwoch Kursverluste von über drei Prozent.

Der Verkauf schürte die Sorge, dass weitere Investoren Beteiligungen abstoßen. Befürchtet wird etwa, dass sich auch die Bank of America von einem Großteil ihrer 10,6 Prozent an der CCB trennen könnte, da Ende August eine Haltefrist abläuft. Auch bei der Agricultural Bank of China läuft in diesem Monat für Schlüsselinvestoren eine einjährige Frist aus.

Temasek tritt mit einem Fondsvolumen über 150 Milliarden Dollar weltweit als finanzstarker Investor auf und spielte während der Finanzkrise eine wichtige Rolle als Kapitalgeber für Kreditinstitute. Der Staatsfonds fährt die Investitionen im Banksektor nun zurück.

Die Ratingagentur Moody's hatte am Dienstag berichtet, die chinesischen Regionalregierungen seien deutlich höher verschuldet als bislang angenommen. Den Banken, die mit großen Summen bei den Behörden engagiert seien, könnten damit Milliardenverluste ins Haus stehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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