Milliardeneinigung mit Behörden
„Jamie Dimon bleibt der Iron Man der Wall Street“

Die US-Großbank JP Morgan steht davor, eine Strafe in Höhe von 13 Milliarden Dollar zu zahlen, um eine Reihe von Verfahren im Heimatmarkt beizulegen. Vorstandschef Jamie Dimon wird dennoch viel gelobt.
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New YorkEs ist eine gigantische Summe: 13 Milliarden Dollar wird die von Jamie Dimon geführte Bank JP Morgan Chase zahlen, um allein zivilrechtliche Verfahren wegen umstrittener Vertriebspraktiken für Immobilienpapiere beizulegen. Die bevorstehende Einigung mit US-Behörden spricht das Unternehmen dabei nicht von strafrechtlicher Haftung frei.

Das Vertrauen einiger Investoren in JP-Morgan-Chef Dimon ist dennoch nicht zerrüttet. US-Milliardär Ken Langone, Gründer der Baumarktkette Home Depot, sieht die Einigung sogar als Kaufgelegenheit für die JP-Morgan-Aktie.

JP Morgan hatte im Jahr 2008 die Investmentbank Bear Stearns und die Finanzgruppe Washington Mutual gekauft. Die jetzt beigelegten Verfahren beziehen sich vor allem auf die Praktiken dieser beiden Firmen, die bei der Vergabe von Immobilienkrediten und deren Vermarktung in Form gebündelter Wertpapiere Kunden nicht angemessen informiert und über Risiken aufgeklärt haben.

„Der größte Teil des Fehlverhaltens ist vor Jamie passiert oder hat etwas mit den beiden Firmen zu tun“, sagt Langone. „Ich fühle mich sehr, sehr wohl als JP-Morgan-Investor.“ Dimon hatte die Einigung in einem Telefonat mit US-Staatsanwalt Eric Holder am Freitagabend (Ortszeit) in einem Telefongespräch erzielt. Die Bank hat in diesem Jahr bereits 23 Milliarden Dollar an Rückstellungen für juristische Streitigkeiten gebildet – auch wegen des jetzt beigelegten Streits.

„Es steht außer Frage, dass Jamie Dimon und JP Morgan die juristischen Risiken im Zusammenhang mit den beiden Käufen unterschätzt haben“, so Mike Mayo, Bankanalyst bei CLSA. „Dimon hat die Übernahme von Bear Stearns vermasselt.“ Dennoch dürften ihm die Aktionäre nicht die Unterstützung entziehen. Im Jahr 2012 erzielte die Bank einen Gewinn von 21,3 Milliarden Dollar, seit Ende 2008 kletterte die Aktie um 72 Prozent und damit stärker als die vieler anderer Banken. „Jamie Dimon wird der Iron Man der Wall Street bleiben“, so Mayo.

Die Einigung mit den US-Behörden ist die mit Abstand höchste direkte Zahlung, der eine Bank zugestimmt hat. Über das Verhandlungsergebnis berichteten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach sollen vier Milliarden Dollar in Form von Erleichterungen für Darlehensnehmer gewährt werden und neun Milliarden als Strafe und andere Zahlungen. Vier Milliarden gehen davon an die US-Immobilienbehörde FHFA wegen des Verkaufs von Immobilienwertpapieren an die staatlichen Finanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

Im zurückliegenden Quartal hatte JP Morgan bereits eine Rückstellung in Höhe von 7,2 Milliarden Dollar gebildet und dadurch einen Quartalsverlust von 380 Millionen Dollar verbucht. Ein Mitglied des JP-Morgans-Verwaltungsrats, Laban P. Jackson, sagte zwei Tage später über Dimon: „Er ist der beste Manager, den ich jemals gesehen habe – und ich bin alt.“

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Milliardeneinigung mit Behörden: „Jamie Dimon bleibt der Iron Man der Wall Street“"

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  • Wohl knapp 1 Jahr umsonst gearbeitet. Shit happens, Jamie. Mund abputzen, und weitermachen.

    Wo gehobelt wird fallen eben Späne. Collateralschäden gibt es überall. Die gehören zum Business. So einfach ist das. Punkt aus !

  • Mal wieder ein Praktikant am Werk:

    "US-Staatsanwalt Eric Holder"

    Der Attorney General ist der Justizminister der USA (wird ja auch gerne mit "Generalstaatsanwalt" übersetzt.

    Beim Außenminister der USA ("Secretary of State", was KEIN Staatssekretär ist) wird in den sogenannten Qualitätsmedien ebenso gerne gepatzt.

    Das geht besser!

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