Milliardengeschäft: JP Morgan verkauft Rohstoffsparte

Milliardengeschäft
JP Morgan verkauft Rohstoffsparte

JP Morgan verkauft seine Rohstoffsparte, das Handelshaus Mercuria Energy bezahlt 3,5 Milliarden Dollar. Die Konzerne wollen den Deal im dritten Quartal besiegeln, es fehlt nur noch die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden.
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New YorkDie US-Großbank JPMorgan verkauft ihr umstrittenes Rohstoffgeschäft für 3,5 Milliarden Dollar in die Schweiz. Käufer ist der dort ansässige Energiehändler Mercuria, wie das Institut am Mittwoch bekanntgab. Die von zwei Ex-Managern der US-Investmentbank Goldman Sachs geleitete Firma steigt damit unter die Marktführer im Rohstoffhandel auf und macht künftig dem ebenfalls in der Schweiz sitzenden Branchenprimus Glencore Xstrata stärker Konkurrenz.

Auch die australische Investmentbank Macquarie und der Finanzinvestor Blackstone sollen an der Sparte interessiert gewesen sein, die etwa Öl, Metalle, Erdgas und Strom lagert oder liefert. An dem traditionellen Bank-Geschäft mit Rohstoffderivaten hält JPMorgan fest. Zu diesem Markt gehören auch die bei Verbraucherschützern umstrittenen Wetten auf Preise von Nahrungsmitteln und deren Grundstoffe.

Die US-Banken sind wegen ihrer Rohstoffgeschäfte schwer in die Kritik geraten. Ihnen wird vorgeworfen, die Preise in die Höhe zu treiben, indem sie beispielsweise große Mengen an Metallen in ihren riesigen Lagerhallen halten. Davon profitieren die Institute nicht nur im direkten Handel mit den Rohstoffen, sondern auch über Derivate, sprich Wetten auf den künftigen Preis der Metalle. Daher werden die Regeln gerade verschärft, was diese Geschäfte für viele Kreditinstitute schon seit einiger Zeit unattraktiver macht.

Aber auch die Margen werden geringer, und der Handel absorbiert viel Kapital. So hat die US-Bank Morgan Stanley ihr Ölhandelssparte bereits an den russischen Staatskonzern Rosneft verkauft. Die Bank of America gibt den Strom- und Gashandel in Europa auf. Auch die Deutsche Bank fährt ihren Rohstoff-Bereich zurück. JPMorgan begründete den Verkauf der Sparte auch mit den schärferen Auflagen und dem politischen Druck.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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