Milliardengewinn
Investment-Banking zieht Goldman nach oben

Lloyd Blankfein kann sich freuen: Goldman Sachs übertrifft die Erwartungen und vermeldet einen Quartalsgewinn von 1,5 Milliarden Dollar. Im Investment-Banking läuft es gut – und die eigenen Anlagen legen an Wert zu.
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New YorkDie US-Großbank Goldman Sachs verdient dank der Erholung an den Finanzmärkten wieder prächtig. Das Geldhaus konnte seine Einnahmen im dritten Quartal mehr als verdoppeln und kehrte in die Gewinnzone zurück. Dabei kamen der weltweit führenden Investmentbank vor allem deutliche Kurszuwächse bei eigenen Wertpapieranlagen zugute, die von der jüngsten Konjunkturspritze der US-Notenbank Federal Reserve profitierten. Vor allem stieg der Wert der Beteiligung an der chinesischen Bank ICBC. Goldman Sachs fuhr im dritten Quartal einen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar ein konnte seine Einnahmen mehr als verdoppeln

Der Finanzkonzern reihte sich am Dienstag damit in die Reihe positiver Bilanzen von US-Bankenriesen wie JPMorgan, Wells Fargo und Citigroup ein. Die Belebung im Kapitalmarktgeschäft, das im Frühsommer wegen der Unsicherheit durch die Euro-Schuldenkrise fast zum Erliegen gekommen war, trug maßgeblich zu dem Ergebnis bei. Die Nettoeinnahmen im Investmentbanking kletterten um 49 Prozent. Der Handel und das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen kommt dagegen nur langsam in Schwung.

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Harvey Schwartz, der Ende Januar das Amt von Finanzchef David Viniar übernimmt, schlug deshalb im Gespräch mit Analysten vorsichtige Töne an. Die Bank wolle angesichts des schwierigen Marktumfelds keine höheren Risiken eingehen, kündigte er an. "Sie können davon ausgehen, dass wir uns vorerst weiter konservativ verhalten werden." Das Institut müsse die richtige Balance halten, mahnte Schwartz. Auf der einen Seite müsse es weiter Kosten senken, auf der anderen Seite vorbereitet sein, wenn Handelsvolumen und die Zahl an M&A-Deals wieder anziehe.

Auch an den Märkten hielt sich die Euphorie in Grenzen, obwohl die Einahmen von Goldman im abgelaufenen Quartal um 133 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar nach oben schossen. Die Eigenkapitalrendite der Bank verbesserte sich zwar auf 8,6 Prozent, lag damit aber weiter deutlich unter der Marke von 15 Prozent, die viele Anleger in guten Zeiten von Investmentbanken erwarten. Zudem hatten viele Experten nach den überzeugenden Zahlen von JP Morgan, Citi und Co. einen noch deutlicheren Gewinnanstieg erwartet. "Die Latte liegt jetzt höher", sagte Analyst Mitchell Protass von Ratel Capital Management. Goldman-Aktien notierten in New York 0,5 Prozent höher.

Goldman-Chef Lloyd Blankfein sprach von einem soliden Ergebnis angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds. Zudem überraschte er viele Experten mit einer Anhebung der Quartalsdividende von 46 auf 50 Cent je Anteilsschein. "Es gibt nicht viele Investoren, die Goldman-Aktien wegen der Dividende kaufen, aber schaden tut es sich nicht", sagte Portfolio-Manager Andrew Aran von Regancy Wealth Management. Die höhere Ausschüttung unterstreiche, dass das Goldman-Management im derzeitigen Umfeld Vorsicht walten lasse.

Viele andere US-Großbanken verdienen inzwischen bereits wieder so viel wie vor der Finanzkrise. Branchenprimus JPMorgan strich im dritten Quartal netto 5,7 Milliarden Dollar ein, Konkurrent Wells Fargo fünf Milliarden Dollar. Bei der Citigroup verhagelten zwar milliardenschwere Abschreibungen auf ein Broker-Joint-Venture das Nettoergebnis. Bereinigt um Sonderposten steig der Gewinn aber auf 3,3 Milliarden Dollar.

Europäische Geldhäuser sind von solchen Ergebnissen noch weit entfernt, der Goldman-Gewinn schürte am Dienstag jedoch die Hoffnung, dass es auch bei ihnen aufwärts geht. Die Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank legten 4,7 beziehungsweise vier Prozent zu und waren damit größte Gewinner im Dax. Der europäische Branchenindex gewann 2,7 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst

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