Milliardengewinn Investment-Banking zieht Goldman nach oben

Lloyd Blankfein kann sich freuen: Goldman Sachs übertrifft die Erwartungen und vermeldet einen Quartalsgewinn von 1,5 Milliarden Dollar. Im Investment-Banking läuft es gut – und die eigenen Anlagen legen an Wert zu.
Update: 16.10.2012 - 18:06 Uhr 1 Kommentar
Goldman-Chef Lloyd Blankfein hat einen Milliarden-Quartalsgewinn vorgelegt. Quelle: Reuters

Goldman-Chef Lloyd Blankfein hat einen Milliarden-Quartalsgewinn vorgelegt.

(Foto: Reuters)

New YorkDie US-Großbank Goldman Sachs verdient dank der Erholung an den Finanzmärkten wieder prächtig. Das Geldhaus konnte seine Einnahmen im dritten Quartal mehr als verdoppeln und kehrte in die Gewinnzone zurück. Dabei kamen der weltweit führenden Investmentbank vor allem deutliche Kurszuwächse bei eigenen Wertpapieranlagen zugute, die von der jüngsten Konjunkturspritze der US-Notenbank Federal Reserve profitierten. Vor allem stieg der Wert der Beteiligung an der chinesischen Bank ICBC. Goldman Sachs fuhr im dritten Quartal einen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar ein konnte seine Einnahmen mehr als verdoppeln

Der Finanzkonzern reihte sich am Dienstag damit in die Reihe positiver Bilanzen von US-Bankenriesen wie JPMorgan, Wells Fargo und Citigroup ein. Die Belebung im Kapitalmarktgeschäft, das im Frühsommer wegen der Unsicherheit durch die Euro-Schuldenkrise fast zum Erliegen gekommen war, trug maßgeblich zu dem Ergebnis bei. Die Nettoeinnahmen im Investmentbanking kletterten um 49 Prozent. Der Handel und das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen kommt dagegen nur langsam in Schwung.

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Harvey Schwartz, der Ende Januar das Amt von Finanzchef David Viniar übernimmt, schlug deshalb im Gespräch mit Analysten vorsichtige Töne an. Die Bank wolle angesichts des schwierigen Marktumfelds keine höheren Risiken eingehen, kündigte er an. "Sie können davon ausgehen, dass wir uns vorerst weiter konservativ verhalten werden." Das Institut müsse die richtige Balance halten, mahnte Schwartz. Auf der einen Seite müsse es weiter Kosten senken, auf der anderen Seite vorbereitet sein, wenn Handelsvolumen und die Zahl an M&A-Deals wieder anziehe.

Auch an den Märkten hielt sich die Euphorie in Grenzen, obwohl die Einahmen von Goldman im abgelaufenen Quartal um 133 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar nach oben schossen. Die Eigenkapitalrendite der Bank verbesserte sich zwar auf 8,6 Prozent, lag damit aber weiter deutlich unter der Marke von 15 Prozent, die viele Anleger in guten Zeiten von Investmentbanken erwarten. Zudem hatten viele Experten nach den überzeugenden Zahlen von JP Morgan, Citi und Co. einen noch deutlicheren Gewinnanstieg erwartet. "Die Latte liegt jetzt höher", sagte Analyst Mitchell Protass von Ratel Capital Management. Goldman-Aktien notierten in New York 0,5 Prozent höher.

Goldman-Chef Lloyd Blankfein sprach von einem soliden Ergebnis angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds. Zudem überraschte er viele Experten mit einer Anhebung der Quartalsdividende von 46 auf 50 Cent je Anteilsschein. "Es gibt nicht viele Investoren, die Goldman-Aktien wegen der Dividende kaufen, aber schaden tut es sich nicht", sagte Portfolio-Manager Andrew Aran von Regancy Wealth Management. Die höhere Ausschüttung unterstreiche, dass das Goldman-Management im derzeitigen Umfeld Vorsicht walten lasse.

Viele andere US-Großbanken verdienen inzwischen bereits wieder so viel wie vor der Finanzkrise. Branchenprimus JPMorgan strich im dritten Quartal netto 5,7 Milliarden Dollar ein, Konkurrent Wells Fargo fünf Milliarden Dollar. Bei der Citigroup verhagelten zwar milliardenschwere Abschreibungen auf ein Broker-Joint-Venture das Nettoergebnis. Bereinigt um Sonderposten steig der Gewinn aber auf 3,3 Milliarden Dollar.

Europäische Geldhäuser sind von solchen Ergebnissen noch weit entfernt, der Goldman-Gewinn schürte am Dienstag jedoch die Hoffnung, dass es auch bei ihnen aufwärts geht. Die Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank legten 4,7 beziehungsweise vier Prozent zu und waren damit größte Gewinner im Dax. Der europäische Branchenindex gewann 2,7 Prozent.

Das sind die besten Banken der Welt
File photo of a woman walking into a Citibank branch in New York
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Banken in 136 Ländern hat das US-Magazin „Global Finance“ für seine Rangliste der besten Banken 2012 unter die Lupe genommen. In die Wertung flossen dabei objektive Kriterien wie das Wachstum des verwalteten Vermögens oder die Profitabilität ebenso ein wie subjektive Einschätzungen von Bankberatern oder Analysten. Schließlich wurden in zwölf Kategorien Gewinner gekürt. Dies seien nicht immer die größten, aber sicher die besten Banken, betont das Magazin.

Beste Sub-Depotbank: Citibank

In der Kategorie beste Sub-Depotbank wurde die Citibank ausgezeichnet. Die US-Großbank verfüge vermögensrechtlich über das größte Depot-Netzwerk der Welt und decke damit 61 Märkte sowie 98,5 Prozent der globalen Marktkapitalisierung ab. Als Sub-Depotbanken bezeichnet man Depotbanken, die von anderen Finanzinstituten in Ländern beauftragt werden, in denen diese selbst nicht tätig sind.

Deutsche Bank streicht 1.900 Stellen
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Bester Devisenhändler: Deutsche Bank

Die Deutsche Bank ist Dauer-Sieger in der Kategorie bester Devisenhändler. Das größte deutsche Finanzinstitut habe den größten, vielseitigsten und profitabelsten Devisenbereich aller Banken, heißt es bei „Global Finance“. Es ist nicht die einzige Kategorie, in der die Deutsche Bank gewonnen hat.

Vikram Pandit
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Bester Handelsfinanzierer: Citibank

Die Citigroup (im Bild der zurückgetretene Chef Vikram Pandit) kann sich auch in der Kategorie bester Handelsfinanzierer über einen Erfolg freuen. Citibank biete ihren Service in Sachen Handelsfinanzierung in 86 Ländern an und ermögliche es Unternehmen damit, in einer globalisierten Wirtschaftswelt und sich verschiebenden Handelsströmen stets über Geld zu verfügen.

People walk past a Citibank branch in New York
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Cash Management: Citibank

Und noch in einer dritten Kategorie siegt die Citibank. Auch im Cash Management sieht „Global Finance“ die US-Großbank ganz vorne. Die entsprechende Sparte der Bank verfüge über eine beeindruckende Kundenliste heißt es in der Begründung. Es umfasse multinationale Firmen ebenso wie Finanzinstitute, Regierungen und Notenbanken.

Clinton Global Initiative
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Beste Investmentbank: Goldman Sachs

Die bekannteste Investmentbank der Welt ist laut „Global Finance“ auch die beste. Vorstandschef Lloyd Blankfein und Goldman Sachs hätten im Jahr 2011 durch kreative Lösungen bei der Kapitalbeschaffung Marktanteile hinzugewonnen. In öffentlichen Aktienmärkten habe die Bank für ihre Kunden 54 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Keine andere Investmentbank komme an Goldman heran. Außerdem habe Goldman Sachs im zweiten Quartal 2012 trotz eines Rückgangs des Ergebnisses die Erwartungen der Analysten übertroffen.

A woman walks past a logo at the office of the Bank of New York Mellon in Brussels
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Beste Depotbank: Bank of New York Mellon

Laut „Global Finance“ ist die BNY Mellon mit einer verwalteten Vermögenssumme von mehr als 27 Billionen Dollar die größte Depotbank der Welt. Die Bank habe die Prozessrisiken gemindert. Trotz eines Gewinneinbruchs im zweiten Quartal sei BNY Mellon die beste Depotbank der Welt. In einer Depotbank werden Sondervermögen wie Wertpapiere von Investmentfonds unabhängig verwahrt.

File photo of the BlackRock logo is seen outside of its offices in New York
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Beste Vermögensverwaltung: Blackrock

Der US-Finanzdienstleister Blackrock gewinnt in der Kategorie beste Vermögensverwaltung. Blackrock sei mit 3,6 Billionen Dollar verwalteten Vermögens der größte Dienstleister der Welt in diesem Bereich. Das Geschäft mit der Beratung von Regierungen, Zentralbanken und Unternehmen in Sachen Risikomanagement floriere seit der Finanzkrise.

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