Milliardeninvestition
Warren Buffetts fester Glaube an die Bank of America

Die größte US-Bank erhält ordentlich Rückenstärkung. Wo Warren Buffett investiert, stecken wahre Werte drin. Das war so bei Goldman, das soll jetzt auch stimmen. Liegt die Investorenlegende dieses Mal vielleicht falsch?
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New York/CharlotteUS-Investorenlegende Warren Buffett springt der angeschlagenen US-Großbank Bank of America bei. Seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway werde für fünf Milliarden Dollar Vorzugsaktien kaufen, erklärte die Bank am Donnerstag in Charlotte. Die Aktie des Instituts legte nach Börseneröffnung zwischenzeitlich um mehr als 20 Prozent zu. An den vergangenen Tagen waren die Titel unter die Räder geraten, weil Gerüchte auf dem Parkett umgingen, wonach die Bank ihr Kapital erhöhen müsse.

Die Bank of America steht massiv unter Druck und ist der Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten. Sie hatte in der Finanzkrise den großen Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen. Das erwies sich jedoch als schwerer Fehler, weil Countrywide Kredite viel zu lax vergeben hatte und Hausbesitzer reihenweise ihre Raten nicht mehr zahlen können. Deshalb muss sich die Bank of America nun mit Verlusten herumschlagen.

Warren Buffett gibt sich davon unbeeindruckt. "Die Bank of America ist ein starkes, gut geführtes Unternehmen, und ich habe Brian angerufen, um ihm zu sagen, dass ich darin investieren möchte", teilt Buffett in einem Statement mit. Er sei beeindruckt von der Art und Weise, wie die Bank of America Gewinne erziele und die Herausforderungen der Vergangenheit hinter sich lasse.

Es ist nicht das erste Mal, dass Buffett einer großen US-Bank unter die Arme greift. So hatte der legendäre Investor der Großbank Goldman Sachs in der heißen Phase der Finanzkrise eine Geldspritze von fünf Milliarden Dollar verabreicht und damit sein Vertrauen in das Traditionshaus demonstriert. Das war ein starkes Zeichen so kurz nach der Pleite des Rivalen Lehman Brothers. Die "gute Tat" ließ sich der gewiefte Chef der Investmentholding Berkshire Hathaway  aber mit üppigen Zinsen von zehn Prozent vergüten. Bei der Rückzahlung wurde zudem ein Aufschlag fällig. Das drückte auf den Gewinn der Bank. Buffett ist außerdem der größte Anteilseigner bei der US-Bank Wells Fargo. Für die Vorzugsaktien der Bank of America wird Berkshire sechs Prozent Zinsen pro Jahr kassieren.

Die Bank of America indes kann Buffetts Hilfe gut gebrauchten. Im zweiten Quartal verbuchte das Institut ein Rekordminus von 9,1 Milliarden Dollar. Hauptverantwortlich dafür waren windige Hypothekengeschäfte aus der Vergangenheit, für die die Bank nun auch Schadensersatz zahlen muss.

Aktionäre haben zuletzt immer wieder mit Sorge auf die Kapitalausstattung des Geldhauses geschaut. Noch im Juni hatten Analysten geschätzt, das Institut müsse sein Kapital um 50 Milliarden Dollar aufstocken, um den neuen Anforderungen der Regulierer nachzukommen.

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  • Kind? Eisenbahnen in den USA sind heutzutage ziemlich profitable Investments. Denn da wird an allem gespart, was kein Geld bringt. Und es sind ausschließlich Frachtbahnen ohne sozialen Personenbeförderungsauftrag.

    Das Buffet eine andere Ideologie verfolgt als z.B. die Goldmänner sieht man schon darin, dass er einerseits diesen 10 % plus Ausstiegsbonus abgeknöpft hat, während er bei der BofA 6% nimmt, andererseits an seiner Forderung, mehr Steuern zu zahlen.
    Denn er weiß, dass nur funktionierende Konsumenten die amerikanische Wirtschaft am kacken halten.
    Vereinfacht ausgedrückt: Lieber auf 10 Milliarden 25% Steuern zahlen als auf 1 Milliarde 10% (Rechenbeispiel).

    Die Diskussion um Verstand und Geld disqualifiziert die Diskutanten per se. Allerdings möchte ich hier mal anmerken, das im WASP-Pietismus (einer in den USA nicht unbedeutenden religiösen Richtung in vielen Ausprägungen)Geschäftsgewinn mit einem Ausdruck der Liebe Gottes gleichgesetzt wird. So ähnlich wie im konservativen Islam.
    Deshalb können die beiden Gruppen sich auch so gut leiden…

  • Nein, dies kann man wahrlich nicht gleichsetzen. Es gibt viele, die zu großen Reichtümern nicht durch Intelligenz, Leistung und Können sondern (siehe z.B. die russischen Öligarchen oder die Mafia) durch Täuschung, Betrug, Drohungen ja sogar Mord, gekommen sind. Diese (den Viren gleich) agieren aber immer (da ja unfähig), durch ihre falschen Entscheidungen, destruktiv und in letzter Konsequenz also auch autodestruktiv (auch der Virus stirbt, wenn er den Körper indem er lebt, zerstört hat). Man sollte sich also davor hüten Menschen, diejenigen die große Reichtümer gehortet haben grundsätzlich für intelligent zu halten und zu bewundern.

  • Hey Leute, warum glaubt Ihr wohl, dass der alte Mann investiert hat??
    Durch all seine Beziehungen wird er vorab schon wissen, was die FED heute nachmittag mitteilen wird. Warum glaubt ihr denn, das plötzlich gestern die Bankaktien im Fokus standen? Ab morgen nachmittag werden die Bullen den Markt zurückerobern!!! Denkt an meine Worte

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