Milliardenloch
Euro-Länder schließen Kapitallücke spanischer Banken

Spanische Banken benötigen Gutachten zufolge bis zu 62 Milliarden Euro Finanzhilfe. Die Euro-Länder springen mit Mitteln aus dem EFSF-Schirm bei. Die spanische Regierung wird den Antrag dazu spätestens am Montag stellen.
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MadridDie angeschlagenen spanischen Banken brauchen Gutachten zufolge für ihre Sanierung bis zu 62 Milliarden Euro. Dies geht aus zwei Untersuchungen der Beratungsunternehmen Oliver Wyman und Roland Berger hervor. Der Vizegouverneur der spanischen Zentralbank, Fernando Restoy, gab die Ergebnisse am Donnerstag in Madrid bekannt.

Die Euro-Partner wollen Spanien mit Notkrediten bei der Bewältigung der schweren Bankenkrise helfen. Das berichteten Diplomaten am Donnerstag am Rande eines Treffens der Euro-Finanzminister in Luxemburg. Die Eurogruppe hatte bereits vor knapp zwei Wochen signalisiert, den spanischen Banken Rettungshilfe im Umfang von bis zu 100 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Damals war aber der konkrete Bedarf noch offen gewesen.

Die Hilfen sollen zunächst über den provisorischen Rettungsschirm EFSF gewährt werden. Sie sollten später wahrscheinlich auf den permanenten Rettungsfonds ESM übertragen werden, erklärten mehrere mit den Beratungen Vertraute am Donnerstag beim Treffen der Eurogruppe in Luxemburg. Darauf habe sich die Eurogruppe informell verständigt. Da der ESM frühestens erst am 9. Juli an den Start gehe, werde Spanien demnächst den Antrag an den EFSF stellen. Ein Insider sagte, damit sei beim EU-Gipfel in der kommenden Woche zu rechnen.

Die Eurogruppe erwartet bis Montag den offiziellen Antrag Spaniens auf Finanzhilfe für seinen angeschlagenen Bankensektor, sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker am späten Donnerstagabend nach einer Sitzung der Euro-Finanzminister in Luxemburg. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte den Finanzbedarf der spanischen Banken auf mindestens 40 Milliarden Euro geschätzt. Ökonomen sprachen von bis 60 bis 80 Milliarden Euro.

Das Euro-Schwergewicht Spanien steht angesichts seiner heftigen Bankenkrise unter dem Druck der Finanzmärkte und muss hohe Risikoprämien für seine langfristigen Staatsanleihen zahlen. Auch Italien ist krisengebeutelt und steht verschärft im Fokus der Märkte.

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  • Egal wie die Situation sich entwickelt, stellen sich für mich folgende Fragen:

    1) Warum wird in Griechenland keine funktionierende Steuerverwaltung aufgebaut incl. Katasteramt?

    2) Warum wird in Griechenland und in anderen Krisenstaaten kein Lastenausgleich eingeführt?

    3) Warum wird für Vermögen keine Zwangsanleihe (niedrig verzinst) aufgelegt?

    4) Warum wird bei Spekulationsgeschäften mit derivativen Insturmenten kein Eigenkapitalanteil von mind. 50 vH verlangt?

    5) Warum werden diverse Finanztrankationen nicht der Kontrolle von nat. Bankaufsichten unterstellt?

    Sofern diese Maßnahmen durchgeführt werden, wäre die Angst vor der Spekualtion unbegründet.

    Es gibt auch positive Signale:

    1) Es sind ca. 60 Mrd Euro bei einem Worst-Case Modell (Parameter sind beschrieben)

    2) Studie: Krisenstaaten holen bei Wettbewerbsfähigkeit kräftig auf

    http://nachrichten.finanztreff.de/news_news.htn?sektion=wirtschaftpolitik&id=8370555

    Und wer einen Job hat und die Möglichkeit hat, der sollte ein wenig sparen, sich der Gesundheit erfreuen und nach Möglichkeit im hier und jetzt Leben.

  • Finnland will sich nur noch durch Anteile zur Sicherheit als Geldgeber beteiligen.

    Und Deutschland? Guckt in die Röhre ....

  • ok @Pandora0611 - Kauf Dir ne Pistole und erschieß Dich, dann wirst Du das ganze Drama nicht erleben müssen.

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