Milliardenschaden
BayernLB verklagt JP Morgan

Die Bayerische Landesbank reiht sich unter die Banken ein, die ihre Verluste mit US-Hypothekenpapieren mit Klagen begrenzen wollen. Die Landesbank fordert von der Investmentbank JPMorgan Entschädigung und Strafzahlungen.
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Am Dienstag hat die Landesbank vor dem obersten Gericht des US-Bundesstaates New York Klage gegen JPMorgan eingereicht. Die US-Bank habe ihr zwischen 2005 und 2007 Papiere im Volumen von fast 2,1 Milliarden Dollar verkauft, die in der Immobilienkrise zum Teil deutlich an Wert verloren haben. Ende September hatte die LBBW in gleicher Angelegenheit Klage gegen JPMorgan eingereicht. Dabei ging es aber nur um verbriefte Papiere im Volumen von rund 500 Millionen Euro.

Die BayernLB bestätigte nur die Einreichung der Klage, ohne sich zu Einzelheiten zu äußern. Zu den erlittenen Verlusten mit den Papieren äußerte sie sich nicht - auch weil diese zum Teil noch gar nicht feststehen. Laut Klageschrift wirft die Münchener Bank den Amerikanern vor, ihr die Risiken verheimlicht zu haben, die in den Wohnimmobilienkrediten lagen, die die Investmentbank gebündelt und in Form hypothekenbesicherter Wertpapiere (RMBS) an Investoren weiterverkauft worden waren.

Viele US-Banken hatten leichtfertig Hypotheken vergeben, weil sie auf Wertsteigerungen der Häuser und Privatwohnungen hofften. Als die Träume zerplatzten und viele Häuslebauer die steigenden Zinsen auf die Kredite nicht mehr bedienen konnten, brach der Wohnimmobilienmarkt zusammen - einer der Auslöser der Finanzkrise 2007/08.

Viele Banken reagieren nun auf die drohende Verjährung der Fälle. Im Sommer hatten bereits die Düsseldorfer IKB - eines der ersten Opfer der Finanzkrise - und die HSH Nordbank Klagen gegen JPMorgan eingereicht. Auch andere Banken aus den USA und aus Großbritannien sehen sich mit ähnlichen Klagen konfrontiert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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