Milliardenschwerer Streit
Heta-Gläubiger und Kärnten sind sich wohl einig

Im milliardenschweren Streit zwischen der österreichischen Krisenbank Heta und ihren Gläubigern zeichnet sich eine Einigung ab. Laut Insidern erhalten die Investoren 92 Prozent ihres geforderten Betrags zurück.

WienIm milliardenschweren Streit um die Abwicklung der österreichischen Krisenbank Heta zeichnet sich laut Insidern eine Lösung zwischen den Gläubigern und Kärnten ab. Die Anleihen-Gläubiger und das österreichische Bundesland hätten sich auf Eckpunkte für ein Vergleichsangebot geeinigt, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

„Über die entscheidenden Punkte ist man sich einig“, sagte einer der Insider. Die österreichische „Kronen Zeitung“ berichtete, dass an die Investoren - darunter die Commerzbank und der Vermögensverwalter Pimco - 92 Prozent des geforderten Betrags gezahlt werden soll.

Kärnten hat Garantien für Heta-Papiere in Höhe von rund elf Milliarden Euro übernommen, ist nach eigenen Angaben aber nicht in der Lage, die Schulden zu begleichen. Ein Vergleichsangebot des Landes mit einer Rückzahlungs-Quote von 75 Prozent war Mitte März gescheitert. Die Gläubiger hätten dabei auf über drei Milliarden Euro verzichten müssen. Sie hatten ursprünglich auf eine volle Rückzahlung gepocht, im Hintergrund aber mindestens eine Quote von mehr als 90 Prozent gefordert. Einem Vergleich müssten zwei Drittel der Gläubiger zustimmen.

Wer die zusätzlichen Mittel zur Verfügung stellen würde, war am Donnerstag zunächst unklar. Die Gläubiger drängen darauf, dass Kärnten notfalls Beteiligungen des Landes verkauft, um die Schulden zahlen zu können. Auch die österreichische Bundesregierung könnte einspringen.

Die Kärntner Landesregierung, das Finanzministerium in Wien und Gläubigervertreter wollten sich nicht zu den Informationen äußern. Auch die Heta nahm keine Stellung.

Der Chef der Deutschen Pfandbriefbank (pbb), Andreas Arndt, sagte vor Journalisten: „Wenn ich weniger wüsste, könnte ich mehr sagen.“ Bei der pbb stehen wegen Heta allein 395 Millionen Euro im Feuer, die Hälfte davon hat sie bereits abgeschrieben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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