Milliardenstrafen überwunden
US-Banken zurück im Normalzustand

Gemischte Tüte an der Wall Street: Die großen US-Banken haben Quartalszahlen vorgelegt, mit unterschiedlichen Resultaten. Nach Belastungen durch Strafen und Verfahren heißt es nun zurück zur Normalität – überwiegend.
  • 0

San FranciscoEin gemischtes Paket haben die amerikanischen Banken bei der Vorlage der Ertragszahlen am Dienstag abgeliefert. Während die Citigroup im dritten Quartal deutlich besser als erwartet abschnitten, lag  JP Morgan Chase unter den Erwartungen, Wells Fargo im Rahmen dessen, was erhofft wurde. Aber alle Finanzinstitute betonten eines: Die US-Wirtschaft ist, anders als der Rest der westlichen Welt,  auf solidem Wachstumspfad und die Konsolidierung der Geschäftsfelder hält unvermindert an. Als Konsequenz zieht sich etwa die Citibank aus mehreren Ländern komplett zurückziehen. Die Wall Street reagierte nach Tagen schwerer Verluste positiv auf die optimistischen Prognosen. Auch wenn noch die Zahlen der Bank of America, dem größten Geldinstitut der USA, fehlen.

Japan, Ungarn, Panama, Peru: das sind nur einige der elf Länder, in denen Citigroup-CEO Michael Corbat keine Zukunft mehr für seine Bank sieht. „Ich bin klar darauf fokussiert das Geschäft zu vereinfachen und unsere begrenzten Mittel da zu investieren, so sie die besten Gewinne versprechen“, gibt er die neue Marschrichtung vor. Nachdem die Bank im zweiten Quartal die Folgen einer milliardenschweren Strafe für ihr Engagement im US-Hypothekenmarkt zu verkraften hatte, sorgte jetzt vor allem der Wertpapierhandel für gute Ergebnisse.

Corbat betonte jedoch, die gute Entwicklung habe sich über „alle Bereiche und Regionen“ erstreckt. Der Umsatz mit 19,6 Milliarden Dollar lag über den Analystenschätzungen von 19,08 Milliarden. Der Gewinn stieg um Sondereffekte bereinigt um 13 Prozent. Einen Zusammenhang mit dem Rückzug aus Teilen Lateinamerikas und anderen Schwellenländern sehen Analysten mit den jüngsten Ereignissen in Mexiko. Corbat gab am Dienstag die Eröffnung eines zweiten internen Ermittlungsverfahrens in Mexiko bekannt. Wieder soll es um Betrug innerhalb der Bank gehen.

Seite 1:

US-Banken zurück im Normalzustand

Seite 2:

Vorerst Entwarnung an der Wall Street

Kommentare zu " Milliardenstrafen überwunden: US-Banken zurück im Normalzustand"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%