Milliardenstreit um Skandalbank

Kärnten macht Weg für zweites Angebot an Heta-Gläubiger frei

Kärnten bereitet einen neuen Vergleichsvorschlag für die Gläubiger der Skandalbank Heta vor. Insgesamt sollen 90 Prozent Forderungen beglichen werden. Dafür muss österreichische Bundesland hohe Kredite aufnehmen.
Kärnten muss über einnahmen wie den Tourismus die hohen Forderungen der Heta-Gläubiger ausgleichen. Quelle: obs
Tourismus in Kärnten

Kärnten muss über einnahmen wie den Tourismus die hohen Forderungen der Heta-Gläubiger ausgleichen.

(Foto: obs)

WienIm milliardenschweren Streit über die österreichische Skandalbank Heta hat das Bundesland Kärnten mit den Vorbereitungen für das neue Vergleichsangebot an die Gläubiger begonnen. Die Kärntner Regierung erhielt am Dienstag vom Landtag grünes Licht, die für den Vergleich benötigten 1,2 Milliarden Euro vom Bund aufzunehmen, wie Landeshauptmann Peter Kaiser mitteilte. Das neue Angebot an die Heta-Gläubiger soll wie bereits angekündigt im Herbst vorgelegt werden.

Kärnten hat Garantien für Heta-Anleihen von rund elf Milliarden Euro übernommen. Das Land ist nach eigenen Angaben aber nicht in der Lage, die Schulden vollständig zu begleichen. Mitte Mai hatte sich Österreich mit wichtigen Heta-Gläubigern auf einen Kompromiss verständigt, der den Investoren – großteils Banken und Versicherungen – die Hoffnung auf eine Rückzahlung von rund 90 Prozent ihrer Forderungen gibt.

Das ist deutlich mehr, als sie bei dem im März geplatzten ersten Angebot erhalten hätten. Der Deal könnte allerdings noch immer platzen, wenn keine ausreichende Mehrheit der Gläubiger ihm zustimmt. Mit der Abwicklung des geplanten Rückkaufs der landesbehafteten Heta-Papiere seien die Investmentbanken Citigroup und J.P. Morgan beauftragt worden, erklärte Kärnten.

So sehr schmieren Investmentbanken weltweit ab
Investmentbanken mit extremem Durchhänger
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Die Kursturbulenzen im ersten Quartal haben den Einnahmen von Investmentbanken immens geschadet. Zum Jahresbeginn waren die Kurse an den Aktienmärkten weltweit eingebrochen, Firmenübernahmen und Börsengänge wurden aufs Eis gelegt, Bankkunden handelten wegen der immensen Kursschwankungen weniger mit Wertpapieren.

Frankfurter Skyline
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Nach Daten des Finanzdatenanbieters Thomson Reuters fielen die Erträge im Investmentbanking weltweit um 28,5 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro – ein schwächeres Quartal hatte es zuletzt Anfang 2009 gegeben. Goldman Sachs hat den Spitzenplatz abgeben müssen.

Das Ranking umfasst aber nur das Geschäft mit der Ausgabe neuer Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Krediten sowie der Beratung bei Fusionen und Übernahmen – nicht etwa das Handelsgeschäft, in dem etwa die Deutsche Bank sehr stark ist.

Platz 15: Rothschild
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Traditionell ist das erste Quartal das stärkste für die meisten Investmentbanken, daher schlägt der Umsatzrückgang besonders ins Kontor. Unter den Top-20-Banken weltweit findet sich nur eine, die bei den Erträgen im 1. Quartal 2016 zulegen konnte.

Laut Thomson Reuters betrugen die Einnahmen von Rothschild 234 Millionen Dollar, ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – dadurch sprang die Bank um sieben Plätze im Ranking nach oben.

Platz 12: UBS
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Die Schweizer Großbank UBS erwischte ein Quartal, in dem es noch stärker abwärts ging als im Branchenschnitt: Die Einnahmen im Investmentbanking schrumpften um 39,1 Prozent auf 279 Millionen Dollar. Damit konnte die Bank Platz 12 verteidigen, knapp vor HSBC (minus 41,9 Prozent) und BNP Paribas (minus 30,8 Prozent).

Platz 10: RBC Capital Markets
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Die kanadische Investmentbank RBC Capital Marktes (Foto: Werbestand auf einer Automesse) ist das erste Institut in den Top 10, mit knappem Vorsprung vor der Mizuho Financial Group auf Rang 11. Bei RBC schrumpfte das Geschäfts so stark wie der Gesamtmarkt (minus 28,5 Prozent) auf 345 Millionen Dollar.

Platz 9: Wells Fargo
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Die Bank mit Sitz in Kalifornien hält mit Erträgen von 401 Millionen Dollar (minus 34,3 Prozent) ihren Platz und liegt nur knapp hinter der größten deutschen Investmentbank.

Platz 8: Deutsche Bank
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Das Geschäft der Deutschen Bank schrumpft unter den Top 10 der Investmentbanken am stärksten: minus 44,5 Prozent. Die Einnahmen von 498 Millionen Dollar stammen fast zur Hälfte aus dem Anleihegeschäft. Die Bank büßt zwei Plätze auf Rang acht ein.
Einer Analyse des Marktbeobachters Coalition Group zufolge war die Deutsche Bank im vergangenen Jahr – inklusive des Handelsgeschäfts – die fünftgrößte Investmentbank der Welt, in dieser Rangliste ging es ebenfalls zwei Plätze abwärts.
Hier lesen Sie eine Analyse zur Lage des Investmentbankings der Deutschen Bank.

Die benötigten 1,2 Milliarden Euro leiht sich Kärnten von der österreichischen Bundesfinanzierungsagentur. Die Summe sei der Maximalbeitrag den Kärnten beisteuern könne, bekräftigte Kaiser. Für die Rückzahlung an den Bund will Kärnten 400 Millionen Euro aus dem „Zukunftsfonds“ heranziehen, weitere 400 Millionen Euro sollen nach rund zehn Jahren getilgt werden, die dritte 400 Millionen Euro schwere Tranche werde langfristig aufgenommen, voraussichtlich auf 30 Jahre. In dem Zukunftsfonds hat das Land die Erlöse aus dem Verkauf der damaligen Hypo Alpe Adria an die BayernLB geparkt.

  • rtr
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