Milliardenüberschuss
Filialschließungen kosten HVB einen Teil des Gewinns

Die Hypo-Vereinsbank übertrifft das Vorjahresergebnis. Unter dem Strich steht bei der Unicredit-Tochter ein Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro. Doch im Schlussquartal gab es rote Zahlen.
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MünchenDie geplante Schließung zahlreicher Filialen hinterlässt deutliche Spuren in der Bilanz der Hypo-Vereinsbank (HVB). Im vergangenen Jahr fiel der Vorsteuergewinn der Unicredit-Tochter um 29 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Verantwortlich für den Rückgang ist unter anderem eine Belastung von 362 Millionen Euro wegen des angekündigten Umbaus des Privatkundengeschäfts. Zudem hatte im Vorjahr ein Sondereffekt das Handelsergebnis um 395 Millionen Euro in die Höhe getrieben. „Bereinigt um Sondereffekte haben wir das starke Vorjahresergebnis sogar übertroffen“, sagte HVB-Chef Theodor Weimer am Mittwoch in München.

Weimer hat Anfang des Jahres Filialschließungen im großen Stil angekündigt. Weil immer mehr Menschen Bankgeschäfte im Internet erledigen, will die HVB künftig verstärkt auf Online-Banking und Video-Beratung setzen. Ein erstes Projekt stoppt die Bank aber bereits wieder: Das Franchise-Filial-Konzept stellt die Bank nach Informationen der digitalen Tageszeitung Handelsblatt Live aus Finanzkreisen ein. Das vor zwei Jahren gestartete Modell sei deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Die für den Filialumbau anfallenden Kosten verbuchte die HVB bereits Ende 2013 und rutschte im Schlussquartal deshalb sogar in die roten Zahlen. Im Gesamtjahr stand unter dem Strich jedoch ein Überschuss von 1,1 Milliarden Euro, womit die Münchner wie im Vorjahr mehr Gewinn machten als die deutlich größeren Konkurrenten Deutsche Bank und Commerzbank zusammen.

Für ihre italienische Mutter Unicredit, die wegen der Rezession in Italien viel Geld für ausfallgefährdete Kredite zurücklegte und 2013 einen Verlust von 14 Milliarden Euro schrieb, bleibt die HVB damit die wichtigste Stütze. Die Münchner konnten 2013 sogar Rückstellungen auflösen, da weniger Kredite ausfielen als erwartet. Zudem baute die HVB, bei der das Investmentbanking der Unicredit-Gruppe gebündelt ist, das um Sondereffekte bereinigte Handelsergebnis dank der Entspannung der europäischen Staatsschuldenkrise deutlich aus. Die harte Kernkapitalquote stieg um 4,1 Prozentpunkte auf 21,5 Prozent.

Im laufenden Jahr geht die HVB erneut von einem „soliden Ergebnis“ aus. Die operativen Erträge werden nach Einschätzung der Bank allerdings leicht zurückgehen. Der Zinsüberschuss, der wegen niedriger Zinsen bereits 2013 um 16 Prozent fiel, werde weiter schrumpfen, weil viele gut verzinste Kredite und Anlagen peu a peu auslaufen. Auch im Handel kalkuliert das Münchener Geldhaus mit etwas geringeren Gewinnen als 2013. Der Provisionsüberschuss soll dagegen deutlich ansteigen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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