Milliardenverlust bei BayernLB
Im Angesicht der Altlasten

Der Albtraum Hypo Alpe Adria nimmt für die BayernLB kein Ende – oder doch? Die erste Bilanz unter Chef Johannes-Jörg Riegler weist einen Fehlbetrag von 1,3 Milliarden Euro aus. Doch das Kerngeschäft läuft gut.
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München, DüsseldorfJohannes-Jörg Riegler räumt auf. In seine erste Bilanz bei der BayernLB packte der gebürtige Franke zahllose Altlasten, die seine Vorgänger ihm eingebrockt hatten: Die ungarische Tochter MKB, die der Landesbank jahrelang Verluste bescherte – und natürlich der schlagzeilenträchtige Streit mit der ehemaligen Tochter Hypo Alpe Adria (Hypo), die mittlerweile unter dem Namen Heta Asset Resolution firmiert und über Rückstellungen die Bilanz belastet.

Aufgrund der Abschreibung auf die Forderungen gegenüber Österreich musste die Münchener Bank für 2014 einen Verlust nach Steuern von 1,3 Milliarden Euro verbuchen, nach einem Plus von 127 Millionen ein Jahr zuvor, wie Riegler am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz erklärte.

Das sei aber eine Zäsur: „Die BayernLB lässt damit die Altlasten aus der Finanzmarktkrise weitgehend hinter sich“, erklärte der Bankchef, der das Institut seit vergangenem April führt. In dieser Zeit habe die Bank geschafft, was man sich eigentlich für die kommenden zwei oder drei Jahre vorgenommen habe: Die MKB wurde verkauft, das restliche, aus komplexen Hypothekenpapieren bestehende ABS-Portfolio veräußert und eine Wertberichtigung auf die Forderungen an die frühere Hypo Alpe Adria vorgenommen. „Ab morgen“ wolle er sich dann den größten Teil seiner Arbeitszeit um eine „normale Bank kümmern“, sagte Riegler.

Denn die macht dem Manager sehr viel mehr Freude als der Streit mit der ehemaligen Tochter: Im Kerngeschäft stieg der Gewinn vor Steuern binnen Jahresfrist um knapp 200 Millionen auf 669 Millionen Euro. Das sei Zeichen für ein „starkes Kerngeschäft“ – eine gute Ausgangsbasis, um sich in den kommenden Jahren zu einer nachhaltig stabilen und profitablen Kundenbank zu entwickeln, sagte Riegler.

Im Streit mit Österreich will die BayernLB gleichwohl weiterhin mit allen juristischen Mitteln kämpfen. Denn der Umgang der österreichischen Regierung mit den Gläubigern der ehemaligen Hypo Alpe Adria ist aus Sicht der BayernLB „in jeder Hinsicht inakzeptabel und rechtswidrig“. Er sei über das „jüngste Vorgehen fassungslos, aber nicht überrascht“ gewesen, sagte Riegler. Bis wann das Problem gelöst sein werde? „Da würde ich Ihnen gern eine Antwort geben, aber das wäre unseriös.“

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  • Wer sich die sZt. handelnden Personen anschaut und deren Historie betrachtet wundert sich nicht. Das gilt sowohl für den Bayernchef als auch sein pseudoaustrianisches Pendant, den er wohl auch ganz gut gekannt hat. Wer von den Beiden schlauer war - man lese die Presse der letzten Jahre. Verlierer ist der Steuerzahler im Gefolge der BayernLB.

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