Mittelstand
Warren Buffett bandelt mit Sparkassen an

Der Starinvestor aus den USA hat ein Auge auf den deutschen Mittelstand geworfen. Bei möglichen Beteiligungen setzt Berkshire Hathaway auf die Hilfe der deutschen Sparkassen.

Frankfurt Die Chefs der 25 größten deutschen Sparkassen kommen regelmäßig zusammen – so auch diese Woche in Heidelberg. Mit von der Partie war dieses Mal ein besonderer Gast: Berkshire Hathaway, das Konglomerat des US-Starinvestors Warren Buffett.

Ted Weschler, Portfolioverwalter von Berkshire, traf die Sparkassenvorstände gleich zweimal. Er ist auf der Suche nach neuen Investitionen in Deutschland – sprich: Berkshire will deutsche Mittelständler kaufen. Die Sparkassen sollen ihm dabei helfen und wollen auch selbst profitieren.

Ein US-Großinvestor, der weltweit anlegt, und die deutschen Sparkassen – zwei weit voneinander entfernte Welten? Nicht so für Weschler, ganz im Gegenteil. Berkshire will näher ran die Sparkassen – und sieht beide auf einer Linie: „Sparkassen und ihre Mittelstandskunden sind wertorientiert und denken in langfristigen Zeiträumen“, so Weschler. Das sei auch die grundlegende Philosophie von Warren Buffett, seit Berkshire Hathaway lenke.

Der Gedanke hinter dem Treffen: Die Sparkassen, die in Deutschland die meisten Mittelstandskunden haben, könnten Türöffner in die Mittelstandswelt für Berkshire werden. Wenn Firmeneigentümer ihr Unternehmen verkaufen wollen, könnten die Sparkassen Weschler ins Spiel bringen. Berkshire will sich auch von Finanzinvestoren abheben, in der Vergangenheit Firmen mitunter erst hoch verschuldet, dann aufgespalten und bald wieder verkauft haben.

Das Interesse der Sparkassen: Wenn Buffett die Firmen kauft, bleiben sie oft so bestehen wie bisher. „Berkshire Hathaway ist nicht auf der Suche nach kurzfristiger Rendite, sondern möchte das Lebenswerk der Eigentümer von Mittelstandsfirmen weiterführen und dies über einen langen Zeitraum“, so Weschler. Genau das schwebt den Eigentümerfamilien meist vor – wie auch den Sparkassen. Denn bleibt das Unternehmen unverändert bestehen, ist es wahrscheinlich auch weiterhin Kunde einer Sparkasse. Finanzinvestoren dagegen bringen oft ihre eigenen Kreditgeber mit. Die wollen dann auch Hausbank des Mittelständlers werden.

Und nicht nur das: Obendrein rechnen sich die Sparkassen Chancen aus, den bisherigen Unternehmenseigner, der mit dem Verkauf ein Vermögen macht, auch bei der Anlage zu beraten. Die öffentlich-rechtlichen Institute spüren, dass Eigentümer verstärkt ihre Unternehmen verkaufen. „Die seit langem prognostizierte Welle von Unternehmensnachfolgen ist bei den Sparkassen angekommen“, konstatiert Karl-Peter Schackmann-Fallis vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Berkshire könnte angesichts seiner nachhaltigen Anlagepolitik in bestimmten Fällen als Investor in Frage kommen, meint er.

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Berkshire gibt Standortgarantie für Firmen

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