Mögliche Übernahme
Indische Srei-Gruppe bietet für Hypo Österreich

Die österreichischen Banken zeigten der kriselnden Hypo Alpe Adria die kalte Schulter: Nun aber scheint sich ein Käufer gefunden zu haben. Einem Medienbericht zufolge bietet die indische Srei-Gruppe 65,5 Millionen Euro.
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WienDie krisengeschüttelte Kerntner Bank Hypo Alpe Adria hat einem Zeitungsbericht zufolge einen Käufer für ihr Österreich-Geschäft gefunden. Die indische Srei-Gruppe lege für die Tochter mit 450 Mitarbeitern und 14 Filialen 65,5 Millionen Euro auf den Tisch, berichtete die Tageszeitung „Die Presse“ vorab aus ihrer Donnerstagausgabe ohne Angabe von Quellen. Zuvor hatte der indische Konzern, der Infrastrukturprojekte finanziert, jegliches Interesse an Österreich dementiert.

Srei wolle mit der Hypo-Tochter von Österreich aus ein Geschäft in Europa aufbauen, berichtete das Blatt. Die entsprechenden Kaufverträge könnten Ende Mai oder Anfang Juni unterzeichnet werden.

Die Hypo selbst wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Ein Sprecher betonte jedoch, die Aufsichtsgremien des Instituts hätten noch keine Entscheidung getroffen. Die Bank hatte angekündigt, ihr Österreich-Geschäft möglichst noch im ersten Halbjahr verkaufen zu wollen.

Die Hypo Alpe Adria muss sich im Gegenzug für milliardenschwere Staatshilfen von ihren drei operativen Töchtern in Österreich, Südosteuropa und Italien trennen. Damit gibt das Institut sein gesamtes operatives Geschäft auf. Mit einem erfolgreichen Deal will die Bank auch EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia von Fortschritten bei ihrer Sanierung überzeugen und eine finale Zustimmung für die bisher geflossenen Staatshilfen von über zwei Milliarden Euro erhalten.

Neben den Indern hätten sich dem Zeitungsbericht zufolge auch noch zwei österreichische Investoren für die Hypo-Tochter interessiert - allerdings deutlich weniger geboten als Srei. Die indische Firma hat nach eigenen Angaben über 30.000 Kunden und zuletzt ihre Präsenz in Europa ausgebaut. Srei verfügt bereits über zwei Niederlassungen in Russland und eine Geschäftsstelle in Deutschland.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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