Mögliche Zinswende Bankenverbände wünschen sich EZB-Signal

Mehrere deutsche Bankenverbände wünschen sich von der EZB erneut Signale für ein Ende der ultralockeren Zinspolitik. Die Lobbyorganisation Privatbankenverband hofft auf den „Einstieg in den Ausstieg“ und übt Kritik.
1 Kommentar
Der deutsche Privatbankenverband wünscht sich von dem EZB-Chef ein Zeichen für das Ende der ultralockeren Zinspolitik. Quelle: Reuters
Mario Draghi

Der deutsche Privatbankenverband wünscht sich von dem EZB-Chef ein Zeichen für das Ende der ultralockeren Zinspolitik.

(Foto: Reuters)

BerlinAngesichts der gestiegenen Inflation fordern die deutschen Privatbanken von der EZB ein Signal für ein allmähliches Ende der ultralockeren Zinspolitik. Die Europäische Zentralbank müsse langsam mit dem Einstieg in den Ausstieg beginnen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Michael Kemmer, am Donnerstag im Deutschlandfunk. Das „Deflationsgespenst“ sei inzwischen verschwunden. EZB-Chef Mario Draghi müsse zeigen, dass er die Zeichen der Zeit erkannt habe. Dieser erste Schritt sei überfällig. Der EZB-Rat berät am Vormittag in Frankfurt über seine Geldpolitik.

„Die EZB hat ihr Pulver schon weitgehend verschossen“, beklagte der frühere Chef der BayernLB. So hänge die Kreditvergabe nicht mehr von den Zinsen, sondern von der Bonität der Darlehensnehmer ab. Privatleute steckten bei niedrigen Zinsen nicht mehr Geld in den Konsum, sondern sparten mehr.

Auch der Präsident des Genossenschaftsbanken-Verbandes BVR, Uwe Fröhlich, hat die EZB zu einer Wende in der Geldpolitik aufgefordert. „Es ist wirklich Zeit, dass die Europäische Zentralbank umsteuert“, sagte Fröhlich am Donnerstag in Berlin.

Dabei sei das Kernproblem weniger die niedrigen Zinsen, als das Anleihenkaufprogramm der EZB. Die Zeichen in der Welt ständen auf einer Abkehr von der extrem lockeren Geldpolitik, und dem könne und dürfe sich Europa nicht widersetzen. Die Hoffnung, dass EZB-Präsident Mario Draghi bereits bei der Zinssitzung am Vormittag dies tue, habe er aber nicht, sagte Fröhlich.

So stark bestrafen Banken „Fremdgehen“
Deutsche Bank
1 von 15

Deutschlands größte Bank betreibt landesweit mehr als 2.000 Geldautomaten. Deutsche-Bank-Kunden kostet das Geldabheben nichts. Wer sein Konto bei einem anderen Geldhaus führt, zahlt an Automaten der Deutschen Bank 3,95 Euro Kundenentgelt.

Postbank
2 von 15

An den 2.370 Automaten der Postbank zahlen fremde Kunden ebenfalls eine Gebühr von 3,95 Euro.

Stadtsparkasse München
3 von 15

Wer sich als Commerzbank-, Deutsche-Bank-, Volksbank- oder Kunde einer anderen fremden Bank an einem der 230 Geldautomaten der Stadtsparkasse München Geld ziehen will, wird mit einer Gebühr von 3,95 Euro bestraft.

Sparkasse Hannover
4 von 15

Teurer wird es in Hannover: An Geldautomaten der Sparkasse Hannover müssen Fremdkunden vier Euro Gebühren hinblättern. Die Bank unterhält in der Stadt und Umgebung 222 Automaten

Frankfurter Sparkasse
5 von 15

Kunden der Frankfurter Sparkasse können an 209 Geldautomaten in der Stadt und der Umgebung Bares abheben. Alle anderen Kunden zahlen eine Gebühr von 4,50 Euro.

BW Bank
6 von 15

Zu den zehn Banken, die Fremdkunden mit den höchsten Gebühren fürs Geldabheben belasten, gehört auch die Baden-Württembergische Bank. Wer sein Konto nicht bei den Stuttgartern führt und dennoch einen ihrer 229 Geldautomaten nutzt, zahlt 4,55 Euro.

Hamburger Sparkasse
7 von 15

Eine weitere Sparkasse langt bei fremden Kunden kräftig zu: Wer einen von 360 Bankautomaten der Hamburger Sparkasse nutzt, zahlt als Kunde einer anderen Bank 4,75 Euro.

Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon stellte sich hinter diese Positionen seines BVR-Kollegen. Laut Fröhlich ist für seine Bankengruppe die aktuelle Niedrigzinspolitik zwar kein Existenzproblem, aber doch eine ernste Erschwernis im Geschäft.

Experten gehen davon aus, dass die EZB die Zinsen am Donnerstag auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent belässt und das Volumen ihrer Anleihenkäufe beibehält. Die Inflation lag zuletzt bei 2,0 Prozent und damit leicht über der Zielmarke der Währungshüter. Deswegen wird die Kritik insbesondere aus Deutschland immer lauter. Die Banken klagen schon länger, dass die Zinsen ihnen zusetzen und sie in ihrem angestammten Kreditgeschäft kaum noch auskömmliche Gewinne erzielen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Mögliche Zinswende - Bankenverbände wünschen sich EZB-Signal

1 Kommentar zu "Mögliche Zinswende: Bankenverbände wünschen sich EZB-Signal"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Herr Alfred E. Neumann - 09.03.2017, 12:35 Uhr

    Liebe Kommentatoren, leider werden wir noch viereinhalb Jahre mit der psychopatologischen Zonenpfaffentochter oder dem Kriminellen Alkoholiker leben müssen.
    Handlungsunfähig werden wir gezwungen zuzuschauen wie dieses großartige Land zugrunde gerichtet wird!"

    @HBO
    das ist sogar unter meinem Niveau.
    Ich bin zwar ein glühender Anhänger von Trump und Putin, und sehe für unser Reich nur die AFD als Rettung, aber das geht wirklich zu weit.
    Bitte Neumann entfernen, der ist ja wohl MAD! Danke

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%