Monte Carlo: Großes Treffen der Rückversicherer

Monte Carlo
Großes Treffen der Rückversicherer

Nach Erdbeben, Hochwasser und Finanzkrise stehen für die Rückversicherer der Welt ihre Gewinne auf dem Spiel. Ab diesem Wochenende treffen sich die Unternehmen wie Marktführer Munich Re, die die großen Risiken der Welt versichern, im Fürstentum Monaco für eine Woche mit Vertretern von Erstversicherern wie der Allianz und Axa.
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HB NEW YORK. Heute geht es los: In den Hotels rund ums Kasino von Monte Carlo an der Côte d'Azur, mit Blick auf den Palast der Fürstenfamilie Grimaldi, geht es um die Verträge für das kommende Jahr. Die Rückversicherer stehen unter Druck: Trotz der Katastrophen des ersten Halbjahrs können sie voraussichtlich kaum höhere Preise durchsetzen. Die Katastrophenbilanz der ersten sechs Monate liest sich wie eine Horrorgeschichte. Mitte Januar erschüttert ein Erdbeben der Stärke 7,0 Haiti, 223000  Menschen sterben. "Eines der tödlichsten Erdbeben überhaupt", urteilt die Munich Re.

Allerdings berührt die Katastrophe die Branche kaum, einfach weil sich in dem armen Land kaum jemand eine Versicherung leisten kann.  Ende Februar vibriert die Erde in Chile, 521 Menschen lassen bei dem Beben der Stärke 8,8 ihr Leben. Kurz darauf hinterlässt der Wintersturm "Xynthia" in Europa schwere Schäden, in Osteuropa und in China setzen Flüsse Städte und Dörfer unter Wasser. Ein Erdbeben kostet rund 2 700 Chinesen das Leben. Und nach dem Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" verpesten Millionen Liter Rohöl den Golf von Mexiko.

Die Versicherungsbranche dürften die Katastrophen mehr als 20 Milliarden US-Dollar kosten, schätzen die Experten der Ratingagentur Standard & Poors (S&P). Das ist bereits so viel wie im gesamten Jahr 2009 - dabei steht die Wirbelsturm-Saison vor der Küste Amerikas noch aus. Experten erwarten, dass die Hurrikane in diesem Jahr besonders heftig toben werden. Ob ein Sturm letztlich über dem Meer verebbt oder im schlimmsten Fall eine Millionenstadt trifft, lässt sich kaum vorhersagen. Im Jahr 2005 hatte Hurrikan "Katrina" die US-Stadt New Orleans verwüstet.

So übel die Schäden für Menschen, Wirtschaft und auch für die Rückversicherer sind, so sehr müssten sie eigentlich die Verhandlungsposition der Branche gegenüber den Erstversicherern stärken. Schließlich wollen Konzerne wie Axa oder Aviva einen Teil der Risiken, die sie selbst von ihren Kunden übernommen haben, bei Unternehmen wie Munich Re, Swiss Re oder Hannover Rück absichern. Sind schwere Katastrophen zu befürchten, steigt üblicherweise die Nachfrage nach Rückversicherungsschutz - und treibt die Preise nach oben.

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