Monte dei Paschi
Italiens Krisenbank will bald Milliarde verdienen

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Dieses Jahr wird das Geldhaus Monte dei Paschi einen Milliardenverlust machen. Doch statt staatlicher Stützung soll eine Sanierung aus der Krise helfen – ein Happy End ist geplant.

SienaDie angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) stellt sich nach der im Sommer geglückten Rettung neu auf. Im Zuge der Sanierung sollen rund 2.600 Stellen gestrichen (zehn Prozent der Arbeitsplätze) und etwa 500 Zweigstellen geschlossen werden, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Zudem sollen Geschäftsteile verkauft werden.

In diesem Jahr erwartet das Institut wegen höherer Kreditabschreibungen einen Verlust von 4,83 Milliarden Euro. Hintergrund seien auch die Kosten für den Sanierungsplan, in dessen Zuge zudem die Kapitalausstattung um fünf Milliarden Euro gestärkt werden soll, so das drittgrößte italienische Geldinstitut. Insgesamt hat die Bank seit 2011 rund 20 Milliarden Euro Minus gemacht. Eine Ausnahme bildete das vergangene Jahr, in dem die Bank dank Sondererträgen einen Gewinn einfuhr.

Im Sommer hatte Monte dei Paschi mit einem Rettungsplan einen großen Schritt aus der Krise gemacht, eine immer wieder diskutierte staatliche Rettung wurde vermieden. Faule Kredite im Volumen von 28 Milliarden Euro sollen an eine Sondergesellschaft abgegeben werden.

Im September war dann der Chef der Bank ausgewechselt worden, Ex-Finanzvorstand Marco Morelli hat jetzt das Sagen. Ende November sollen die Aktionäre der 1472 gegründeten ältesten Bank der Welt der Kapitalerhöhung zustimmen. Beim europäischen Banken-Stresstest 2014 und in diesem Sommer hatte das Geldhaus aus der Toskana jeweils am schlechtesten abgeschnitten. Auch andere Institute in Italien ächzen unter einer Milliardenlast an ausfallgefährdeten Krediten. Insgesamt ist die Rückzahlung von Darlehen über 360 Milliarden Euro fraglich.

An der Börse in Mailand stieß der Sanierungsplan auf Wohlwollen. Die Papiere der Bank schossen um über 20 Prozent in die Höhe. Bereits in der vergangenen Woche waren die Aktien von Monte dei Paschi bei Anlegern wieder gefragt gewesen. Trotz des jüngsten Kursplus haben sie in diesem Jahr aber mehr als 70 Prozent an Wert verloren.

Die Bank gibt sich ein ehrgeiziges Ziel: 2019 soll ein Nettogewinn von 1,1 Milliarden Euro erzielt werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
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