Morgan Stanley

Gewinn der US-Großbank halbiert sich

Morgan Stanley leidet unter den Folgen der volatilen Märkte. Der Gewinn der US-Großbank brach im ersten Quartal um mehr als die Hälfte ein. Für Analysten kam es jedoch weniger schlimm als erwartet.
Update: 18.04.2016 - 14:38 Uhr
Die US-Investmentbank hat ein schweres erstes Quartal hinter sich. Weil ihr großes Privatkundengeschäft als Balance fehlt, fiel der Gewinneinbruch stärker aus als bei der Konkurrenz Quelle: dpa
Morgan Stanley

Die US-Investmentbank hat ein schweres erstes Quartal hinter sich. Weil ihr großes Privatkundengeschäft als Balance fehlt, fiel der Gewinneinbruch stärker aus als bei der Konkurrenz

(Foto: dpa)

New YorkDie Marktturbulenzen zu Jahresbeginn haben die US-Investmentbank Morgan Stanley hart getroffen. Der Überschuss stürzte im ersten Quartal um gut 54 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar ab, wie das Institut am Montag mitteilte. Damit ist Morgan Stanley von den Bremsspuren im Handel viel stärker in Mitleidenschaft gezogen worden als die Universalbanken in den USA, von denen die Citigroup bislang mit einem Gewinnrückgang von 27 Prozent am schwächsten abgeschnitten hatte. Goldman Sachs als führende Investmentbank der Wall Street legt ihre Quartalsbilanz am Dienstag vor.

Der Ölpreisverfall, die Unsicherheit über die Geldpolitik der US-Notenbank sowie schwache Wirtschaftsdaten aus China hatten vor allem im Januar und Februar die Märkte durchgeschüttelt. Morgan Stanley spürte dies im Aktienbereich mit einem Minus von gut neun Prozent, am stärksten aber im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Rohstoffen und Devisen mit einem Einnahmenrückgang von 54 Prozent. Bankchef James Gorman machte zwar Zeichen einer Markterholung aus, es gebe aber noch viele Faktoren, die Investoren verunsichern.

Stabiler entwickelte sich die Vermögensverwaltung, in der die Einnahmen um lediglich gut vier Prozent schrumpften. Diesen Bereich baut die Bank seit der weltweiten Finanzkrise aus, um weniger abhängig vom schwankungsanfälligen Handel und Investmentbanking zu sein.

Im vorbörslichen Geschäft an der Wall Street verteuerten sich Morgan-Stanley-Aktien um knapp drei Prozent. Denn Analysten hatten mit einem noch deutlich schlechteren Ergebnis gerechnet.

So sehr schmieren Investmentbanken weltweit ab
Investmentbanken mit extremem Durchhänger
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Die Kursturbulenzen im ersten Quartal haben den Einnahmen von Investmentbanken immens geschadet. Zum Jahresbeginn waren die Kurse an den Aktienmärkten weltweit eingebrochen, Firmenübernahmen und Börsengänge wurden aufs Eis gelegt, Bankkunden handelten wegen der immensen Kursschwankungen weniger mit Wertpapieren.

Frankfurter Skyline
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Nach Daten des Finanzdatenanbieters Thomson Reuters fielen die Erträge im Investmentbanking weltweit um 28,5 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro – ein schwächeres Quartal hatte es zuletzt Anfang 2009 gegeben. Goldman Sachs hat den Spitzenplatz abgeben müssen.

Das Ranking umfasst aber nur das Geschäft mit der Ausgabe neuer Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Krediten sowie der Beratung bei Fusionen und Übernahmen – nicht etwa das Handelsgeschäft, in dem etwa die Deutsche Bank sehr stark ist.

Platz 15: Rothschild
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Traditionell ist das erste Quartal das stärkste für die meisten Investmentbanken, daher schlägt der Umsatzrückgang besonders ins Kontor. Unter den Top-20-Banken weltweit findet sich nur eine, die bei den Erträgen im 1. Quartal 2016 zulegen konnte.

Laut Thomson Reuters betrugen die Einnahmen von Rothschild 234 Millionen Dollar, ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – dadurch sprang die Bank um sieben Plätze im Ranking nach oben.

Platz 12: UBS
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Die Schweizer Großbank UBS erwischte ein Quartal, in dem es noch stärker abwärts ging als im Branchenschnitt: Die Einnahmen im Investmentbanking schrumpften um 39,1 Prozent auf 279 Millionen Dollar. Damit konnte die Bank Platz 12 verteidigen, knapp vor HSBC (minus 41,9 Prozent) und BNP Paribas (minus 30,8 Prozent).

Platz 10: RBC Capital Markets
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Die kanadische Investmentbank RBC Capital Marktes (Foto: Werbestand auf einer Automesse) ist das erste Institut in den Top 10, mit knappem Vorsprung vor der Mizuho Financial Group auf Rang 11. Bei RBC schrumpfte das Geschäfts so stark wie der Gesamtmarkt (minus 28,5 Prozent) auf 345 Millionen Dollar.

Platz 9: Wells Fargo
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Die Bank mit Sitz in Kalifornien hält mit Erträgen von 401 Millionen Dollar (minus 34,3 Prozent) ihren Platz und liegt nur knapp hinter der größten deutschen Investmentbank.

Platz 8: Deutsche Bank
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Das Geschäft der Deutschen Bank schrumpft unter den Top 10 der Investmentbanken am stärksten: minus 44,5 Prozent. Die Einnahmen von 498 Millionen Dollar stammen fast zur Hälfte aus dem Anleihegeschäft. Die Bank büßt zwei Plätze auf Rang acht ein.
Einer Analyse des Marktbeobachters Coalition Group zufolge war die Deutsche Bank im vergangenen Jahr – inklusive des Handelsgeschäfts – die fünftgrößte Investmentbank der Welt, in dieser Rangliste ging es ebenfalls zwei Plätze abwärts.
Hier lesen Sie eine Analyse zur Lage des Investmentbankings der Deutschen Bank.

  • rtr
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