Müller bedauert späte Betriebsrenten-Entscheidung: Commerzbank-Chef räumt Fehler ein

Müller bedauert späte Betriebsrenten-Entscheidung
Commerzbank-Chef räumt Fehler ein

Der Chef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, hat die Kündigung der Betriebsrenten in seinem Haus verteidigt. „Der Vorstand hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sah hierzu aber keine Alternative“, sagte er dem Handelsblatt.

HB/po/rez FRANKFURT. Müller betonte, die Aufkündigung der betriebsinternen Rente zum Ende dieses Jahres habe ausschließlich betriebswirtschaftliche Gründe. Die Bank müsse alle Möglichkeiten nutzen, um ihre Rentabilität zu steigern, weitere Einsparungen bei den Personalkosten seien allerdings nicht geplant.

Müller verteidigte die Entscheidung, dass allein die individuellen Betriebsrenten des Vorstands und weiterer Top-Manager weiterlaufen sollen. Die Spitzenbanker hätten schon in den vergangenen Jahren „erhebliche Einschnitte“ bei ihren Versorgungsansprüchen hingenommen, sagte er. Gleichzeitig räumte der Commerzbankchef aber auch Fehler im Umgang mit Mitarbeitern und Betriebsrat ein: „Eine frühere Entscheidung wäre möglich und sinnvoll gewesen. Das späte Datum bedauere ich.“ Die Bank hatte die Aufkündigung der Betriebsrentenvereinbarung dem Gesamtbetriebsrat am letzten möglichen Tag des vergangenen Jahres per Kurier zugestellt.

Obwohl sich Müller prinzipiell hinter den Beschluss stellte, halten Experten es kaum für möglich, dass die Commerzbank die Zahlungen für die Betriebsrente tatsächlich einstellen wird. „Ich gehe davon aus, dass im laufenden Jahr eine neue Betriebsvereinbarung ausgehandelt wird“, sagte Volker Rieble, Arbeitsrechtler an der Universität Mannheim. Auch Ernst Schmandt von der Unternehmensberatung Buck-Heissmann sieht in der Kündigung nur einen Versuch, in neue Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern einzutreten. Es wirke aber geschäftspolitisch zweifelhaft, wenn Anbieter betrieblicher Altersvorsorgelösungen ihren eigenen Mitarbeitern die Betriebsrenten kündigten, sagte Schmandt.

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