M&A-Deals
Cyber-Experten sollen Bankern helfen

Immer mehr Unternehmen lassen sich von Cyber-Experten beraten. Die Datensicherheit der Unternehmen ist zu einem wichtigen Übernahmefaktor geworden. Mittlerweile setzen Sicherheitsfirmen Millionen mit Cyber-Risiko um.
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FrankfurtUnternehmen und Finanzinvestoren sorgen bei ihren Übernahmen für eine zusätzliche Sicherheitskomponente: Sie lassen ihre Ziele auf Cyber-Risiken durchleuchten. Globale Angriffe auf Computer haben das Bewusstsein dafür in jüngster Zeit geschärft. Entsprechende Angebote, die speziell auf Übernahmen zugeschnitten sind, gibt es bei einer Reihe von Akteuren – darunter Berater wie Deloitte und Software-Anbieter wie Intralinks.

„Es gibt das Risiko, eine leere Hülle zu kaufen, für ein Zielunternehmen zu viel zu bezahlen, dessen Patente ausspioniert oder nachgeahmt oder bei dem sensible Kundeninformationen gestohlen wurden“, sagt Michael Bittan, Leiter des Deloitte-Bereichs Cyber Risk Services in Frankreich. „Bei der Cybersicherheit geht es nicht um technische Sachen, sondern um geschäftliche Auswirkungen und letztlich Bewertungen. Das wird zu einer Säule der M&A-Entscheidungen werden.“

Die Alarmglocken schrillten nach dem Hackerangriff 2014 auf Yahoo, der etwa 500 Millionen Kundenkonten betraf, das Image des Unternehmens beschädigte und dazu führte, dass Verizon sein Übernahmeangebot um 350 Millionen Dollar verringerte. Damit wurden Rufe lauf, die Expertise in Netzsicherheit bei Fusionen und Übernahmen verlangten. Zudem besteht die Sorge, dass Computerviren eingeschleust werden und bis zum Abschluss der Transaktion inaktiv bleiben. In diesem Fall müsste sich der Käufer mit gestohlenen Kundendaten und Industriegeheimnissen sowie Lösegeldforderungen herumschlagen.

Bei Deloitte bietet das französische Team von Bittan seit etwa drei Monaten seine Dienste an und hat seither etwa ein Dutzend Kunden gewonnen. Der gesamte Cyber-Sicherheitsbereich von Deloitte kam in dem Jahr bis Ende Mai 2016 auf einen Umsatz von 850 Millionen Dollar und strebt 1,8 Milliarden Euro bis Ende Mai 2020 an.

Nach einer Umfrage des Börsenbetreibers NYSE vom vergangenen Jahr würde die Mehrheit der Führungskräfte eine beträchtlich geringere Bewertung bei einer Transaktion anstreben, wenn eine bedeutende Verletzung der Datensicherheit vorliegt. Etwa 85 Prozent der befragten Manager sagten, dass die Aufdeckung von größeren Schwachstellen in der Prüfungsphase einer Akquisition wahrscheinlich Einfluss auf die Entscheidung haben würde, ob die Übernahme vollzogen oder abgesagt wird.

„Der Trend wird sich verstärken – wir werden mehr Unternehmen sehen, die Deals abblasen oder die Bewertung des Ziels niedriger ansetzen“, erklärt Grace Keeling, Leiterin Kommunikation bei Intralinks. Die Gesellschaft bietet Kunden wie Credit Suisse Group AG während laufender Transaktionen virtuelle Räume zur sicheren Datenaufbewahrung an. Eine ähnliche Befragung von Intralinks ergab, dass die meisten Umfrageteilnehmer die Bewertung bis zu 20 Prozent senken würden, wenn es zu einer Sicherheitsverletzung bei dem Zielunternehmen kam.

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