M&A-Geschäfte
Trübe Aussichten für Investmentbanken

Das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen zeigt sich zweigeteilt: Im Vergleich zum ersten Halbjahr, als das M&A-Geschäft durch große Übernahmen florierte, fiel das dritte Quartal mager aus. Das könnte so bleiben.

FrankfurtFür den Deutschland-Chef der Investmentbank Rothschild steht fest: Im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) gibt es krisenbedingt eine Zweiteilung. "Die Mehrheit der großen, global aufgestellten Konzerne steht ausgezeichnet da und besitzt starke Bilanzen", sagt Martin Reitz. Angesichts der beschleunigten Globalisierung kauften sie neue Unternehmen auch in Phasen von Unsicherheit. Anders bei Firmen, die nicht so gut dastehen und eine schlechte Bonitätsbewertung aufweisen. "Sie müssen verstärkt den Kapitalmarkt nutzen, da sich Banken bei der Kreditvergabe an diese Adressen tendenziell zurückhalten", ergänzt er.

Diese Zweiteilung zeigt sich deutlich im Ergebnis der deutschen M&A-Branche: In den ersten neun Monaten des Jahres bestimmten große Übernahmen wie der geplante Verkauf von T-Mobile USA an den amerikanischen Telekomkonzern AT&T das Geschäft. 39 Milliarden Dollar will die Deutsche Telekom dafür einnehmen. Ein großer Brocken ist auch die Fusion von Deutscher Börse und New York Stock Exchange im Wert von 12,2 Milliarden Dollar.

Dank solcher Transaktionen lief das Geschäft mit Unternehmensübernahmen bislang gut. Das Volumen summiert sich deutschlandweit auf 114,9 Milliarden Dollar, hat Finanzdatenanbieter Thomson Reuters errechnet - ein Plus von 86 Prozent gegenüber den Vorjahreszahlen. Selbst im globalen Vergleich ein Spitzenwert: Weltweit stieg das Volumen um 17 Prozent auf 1,98 Billionen Dollar. Doch das gute erste Halbjahr verzerrt das Bild: Im dritten Quartal addierten sich die Deals auf magere 13,1 Milliarden Dollar.

"Die gute Stimmung des Frühjahrs 2011 hat sich zweifellos verschlechtert", urteilt Wolfram Schmerl, Chef des Investment-Bankings bei Hauck & Aufhäuser. Das liege nicht nur daran, dass die Finanzierung von Übernahmen schwieriger geworden sei. Auch dauerten die Transaktionsprozesse länger und lägen bei sechs bis acht Monaten zwischen Projektstart und Abschluss der Kaufverträge.

Seite 1:

Trübe Aussichten für Investmentbanken

Seite 2:

Deutsche Bank mit Abstand auf Platz 1

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%