Munich Re: Rückversicherer beschenkt die Aktionäre

Munich Re
Rückversicherer beschenkt die Aktionäre

Munich Re legt den dritten Aktienrückkauf in anderthalb Jahren auf. Bis 2016 sollen Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro erworben werden. Für 2015 rechnen die Münchener mit einem Rückgang des Gewinns.
  • 0

MünchenNächster Geldregen für die Eigentümer der Munich Re. Der weltgrößte Rückversicherer kündigte am Mittwoch das dritte Aktienrückkaufprogramm in anderthalb Jahren an. Von Ende April bis zur übernächsten Hauptversammlung 2016 sollen Papiere im Wert von bis zu einer Milliarde Euro erworben werden. Im laufenden Jahr stellt sich der Traditionskonzern wegen des härteren Wettbewerbs und niedriger Zinsen allerdings auf einen deutlichen Gewinnrückgang ein.

Viele Rückversicherer wollen derzeit nicht alle ihre Mittel am hartumkämpften Rückversicherungsmarkt oder für Übernahmen einsetzen – und schütten das Geld deshalb lieber an ihre Eigentümer aus. Swiss Re hat kürzlich ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde Franken und eine Sonderdividende für 2014 angekündigt. Auch die Aktionäre der Hannover Rück dürfen sich auf eine Extra-Ausschüttung freuen.

Münchener-Rück-Finanzchef Jörg Schneider hatte Anlegern bereits im Februar Hoffnungen auf einen neuen Aktienrückkauf gemacht. Bei der Münchener Rück haben solche Programme Tradition – die letzten beiden wurden im November 2013 und im März 2014 angekündigt. Seit Ende 2006 hat das Unternehmen für Aktienrückkäufe knapp acht Milliarden Euro ausgegeben. Munich-Re-Aktien legten vorbörslich knapp ein Prozent zu.

Im laufenden Jahr erwarten die Münchener einen Rückgang des Gewinns auf 2,5 bis drei Milliarden Euro nach 3,2 Milliarden im vergangenen Jahr. Die vergleichsweise große Spanne sei der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit geschuldet. Wegen der rekordniedrigen Zinsen verdienen Rückversicherer mit ihren Neuanlagen immer weniger. Munich Re rechnet 2015 deshalb mit einem Rückgang des Kapitalanlageergebnisses auf rund sieben Milliarden Euro, die Rendite würde damit auf rund drei Prozent sinken.

Darüber hinaus geht der Rückversicherer nicht davon aus, dass es im laufenden Jahr erneut so wenige Großschäden gibt wie 2014. Für das laufende Jahr kalkuliert der Konzern mit Belastungen durch Großschäden von knapp zwei Milliarden Euro. Auch der Preiskampf in der Branche, in der seit einiger Zeit auch Hedgefonds und Pensionskassen mitmischen, wird bei den Münchenern 2015 deutliche Spuren hinterlassen. In der Schaden- und Unfallrückversicherung rechnet der Konzern mit einer Schaden-Kosten-Quote von rund 98 Prozent. Bei Werten von unter 100 Prozent sind Zahlungen für Schäden und die Verwaltung noch durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Munich Re: Rückversicherer beschenkt die Aktionäre"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%