Munich Re
Rückversicherer legt Gewinnsprung hin

Weniger Großschäden entlasten die Munich Re enorm. Der weltgrößte Rückversicherer legt im dritten Quartal beim Gewinn zu. Das ist zwar weniger als erwartet, der Vorstand bleibt aber noch optimistisch.
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FrankfurtDie Munich Re hat ihren Gewinn dank geringerer Belastungen durch Naturkatastrophen deutlich ausgebaut. Der Überschuss nach Anteilen Dritter kletterte im dritten Quartal um 17 Prozent auf 735 Millionen Euro. Wegen geringer Schäden durch Wirbelstürme in den USA und der Karibik äußerte sich der weltgrößte Rückversicherer am Donnerstag auch etwas optimistischer für das Gesamtjahr als zuletzt. Das Unternehmen geht nun von einem Ergebnis von „leicht über drei Milliarden Euro“ aus statt wie bisher von drei Milliarden Euro.

Zu schaffen machen Rückversicherern wie Munich Re, Swiss Re oder Hannover Rück die niedrigen Zinsen. Bei den Münchnern ging das Kapitalanlageergebnis im dritten Quartal um 16 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurück - stärker als von Experten vorhergesagt.

Der Rückgang ist auch auf Abschreibungen auf Derivate zurückzuführen, mit denen sich das Unternehmen gegen Inflationsrisiken absicherte. Unter dem Strich fiel der Gewinn, der auch durch Währungseffekte gedrückt wurde, deshalb etwas geringer aus als von Analysten erwartet. Die Aktien der Munich Re gaben knapp zwei Prozent nach.

Die Belastungen durch Großschäden haben sich im dritten Quartal mehr als halbiert auf 257 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten Hochwasser und Herbststürme beträchtliche Schäden in Europa angerichtet und der Munich Re einen Gewinnrückgang eingebrockt. Dieses Jahr gab es weniger kostspielige Naturkatastrophen. Durch den Hurrikan Odile, der im September über Mexiko hinwegfegte, erwarten die Münchener Belastungen von rund 65 Millionen Euro, durch heftige Regenfälle in den USA im August von 35 Millionen Euro.

In der Rückversicherungsbranche tobt seit einiger Zeit ein Preiskampf. Dies liegt unter anderem an der wachsenden Konkurrenz durch branchenfremde Anbieter wie Hedgefonds oder Pensionskassen, die auf der Suche nach Rendite ins Geschäft mit Katastrophenversicherungen eingestiegen sind. Zudem erzeugt die relativ geringe Zahl an Großschäden in letzter Zeit und die sinkenden Nachfrage der Erstversicherer Druck auf die Preise.

Der Branchenführer aus München will sich beim Abschluss neuer Rückersicherungsverträge zum 1. Januar aber auf keine Rabatt-Schlacht einlassen. „Wir werden weiter dem Preisdruck widerstehen und wenn nötig Geschäft aufgeben“, sagte Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek. Zudem will das Unternehmen auf die Entwicklung neuer komplexer Produkte setzen, die Hedgefonds nicht anbieten können. „Angesichts der insbesondere im asiatischen Raum unverändert dynamischen Wirtschaftsentwicklung sehen wir insgesamt gute Chancen für profitables Wachstum.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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