Munich Re
Weltgrößter Versicherer steckt Belastungen gut weg

Hohe Kosten für Naturkatastrophen und den Umbau der Tochter Ergo schmälern zwar den Gewinn des weltgrößten Rückversicherers. Doch Analysten hatten Schlimmeres erwartet. Das beflügelt den Aktienkurs von Munich Re.

MünchenMunich Re steckt Naturkatastrophen und den Radikalumbau der Tochter Ergo deutlich besser weg als gedacht. Der Nettogewinn lag im zweiten Quartal mit 974 Millionen Euro zwar um neun Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie der weltgrößte Rückversicherer am Dienstag in München mitteilte. Analysten hatten der Munich Re aber nur halb so viel zugetraut.

Glück und Geschick an den Kapitalmärkten rund um das Votum zum EU-Austritt Großbritanniens sorgten für erhebliche Sondergewinne. Vorstandschef Nikolaus von Bomhard bekräftigte die im Frühjahr gesenkte Prognose für das Jahr: „Mit unserem Halbjahresergebnis von 1,4 Milliarden Euro sind wir auf gutem Weg, unser Jahresziel von 2,3 Milliarden Euro zu erreichen.“

Die Aktien der Münchener liegen im frühen Handel 3,5 Prozent im Plus und setzten sich damit an die Spitze des Dax.

Der Anstieg von Yen und Dollar und der Verfall des Pfund Sterling nach dem Brexit-Votum brachten der Münchner Rück im zweiten Quartal in der Rückversicherung Währungsgewinne von 340 Millionen Euro. Hinzu kamen 900 Millionen Euro Gewinn aus dem Verkauf von Kapitalanlagen, mit denen die Erstversicherungs-Tochter Ergo unter anderem ihre Zinszusatzreserve aufstockt. Lebensversicherer müssen wegen der Niedrigzinsphase auf Geheiß ihrer Aufseher mehr Rückstellungen bilden, um ihre Rendite-Versprechen an die Kunden auf Dauer halten zu können.

Der Anfang Juni verkündete Umbau bei Ergo schlägt mit Kosten von rund 400 Millionen Euro zu Buche. 240 Millionen kann die Munich Re davon allerdings an die Ergo-Kunden abwälzen, die nach dem Gesetz an Gewinnen und Verlusten beteiligt werden. Der zweitgrößte Erstversicherer in Deutschland streicht unter dem Strich 1.800 Stellen und schreibt deswegen rote Zahlen. Von April bis Juni lag der Verlust bei 34 (plus 215) Millionen Euro.

Der neue Ergo-Vorstandschef Markus Rieß muss vor allem die marode IT modernisieren. Bei Investitionen von einer Milliarde Euro bis 2020 dürfte die Düsseldorfer Tochter in den nächsten Jahren kaum Gewinn in München abliefern.

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