Mutmaßliche Geldwäsche Ermittler durchsuchen Büros von Credit Suisse

Behörden aus den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien gehen offenbar dem Verdacht auf Steuerhinterziehung und Geldwäsche nach. Die Großbank Credit Suisse will kooperieren. Der Vorgang kommt nicht ganz unerwartet.
Update: 31.03.2017 - 17:54 Uhr 2 Kommentare
Die Credit Suisse ist ins Visier von Behörden in der Schweiz sowie in den Niederlanden gerückt. Hintergrund sei ein Hinweis zu Geheimkonten bei einer Schweizer Bank. Insgesamt gebe es rund 55.000 verdächtige Konten bei dem Geldhaus. Quelle: dpa
Credit Suisse

Die Credit Suisse ist ins Visier von Behörden in der Schweiz sowie in den Niederlanden gerückt. Hintergrund sei ein Hinweis zu Geheimkonten bei einer Schweizer Bank. Insgesamt gebe es rund 55.000 verdächtige Konten bei dem Geldhaus.

(Foto: dpa)

ZürichTidjane Thiam hat es nicht leicht. Der Chef der Schweizer Großbank Credit Suisse, der das Institut im Sommer 2015 übernommen hatte, musste seit seinem Amtsantritt eine lange Mängelliste abarbeiten. Dazu zählte ein Rechtsstreit in den USA, den Thiam Anfang dieses Jahres gegen Zahlung von 272 Millionen Franken einstellen konnte. Doch kaum hat der klagegeprüfte Finanzmanager die eine juristische Schlacht abgewendet, steht die nächste bevor.

Steuerbehörden haben Büros der Credit Suisse in London, Paris und Amsterdam durchsuchen lassen. Sie gehen offenbar dem Verdacht auf Steuerhinterziehung und Geldwäsche nach. Hintergrund sind nach Angaben der Ermittler 55.000 verdächtige Konten bei einer namentlich nicht genannten Schweizer Bank.

Die Credit Suisse bestätigte den Vorgang in einer Konzernmitteilung am Freitagvormittag. „Wir arbeiten mit den Behörden zusammen“, versichert das Unternehmen darin und weist darauf hin, dass Credit Suisse seit 2013 das Abgeltungssteuerabkommen zwischen der Schweiz und Großbritannien anwendet. Weiter heißt es: „Wir haben die freiwilligen Steueroffenlegungsprogramme der Niederlanden und Frankreichs erfolgreich umgesetzt und Beziehungen zu nicht steuerkonformen Kunden beendet.“ Credit Suisse verfolge weiterhin eine Strategie der vollständigen Steuerkonformität.

So gefährlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 17 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – das ist eine weniger als im Vorjahr. Diese Banken müssen ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen für das System vergleichsweise nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, ING Bank, die Royal Bank of Scotland und Bank Morgan Stanley.

Klasse 1 – Standard Chartered
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Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered haben wird, ist noch nicht absehbar. Die Bank belegt wie im Vorjahr einen Platz in Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

Neu in Klasse 1: Die Credit Suisse.
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Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Credit Suisse, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag für das Schweizer Geldhaus nur noch ein Prozent. Sie hat aus Sicht der Regulierer an Relevanz verloren.

Klasse 2 – Barclays
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James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört, wie auch 2016 schon, nur noch der Klasse zwei an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

Klasse 2 – Wells Fargo
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Wells Fargo spielt mit Barclays in einer Liga. Beide gehörten Klasse 2 an, was einen Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent bedeutet.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China
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Für genauso systemrelevant halten die Regulierer die Industrial and Commercial Bank of China. Aufschlag auch hier: 1,5 Prozent.

Führend bei den Ermittlungen ist offenbar die Niederlande. Die niederländische Behörde zur Verfolgung von Finanzdelikten (FIOD) teilte mit, die international abgestimmten Durchsuchungen hätten bereits am Donnerstag begonnen. Die Ermittlungen in den verschiedenen Ländern würden noch Wochen dauern, erläuterte eine FIOD-Sprecherin. Zu dem betroffenen Schweizer Geldhaus, welches die FIOD nicht namentlich nennt, wollte sie keine Angaben machen.

Dafür sickern im Tagesverlauf weitere Details der Durchsuchungen durch. So seien auch zwei Verdächtige festgenommen worden, teilte die FIOD am Freitag mit. Zudem seien ein Goldbarren, Luxusautos, Dutzende Gemälde, Immobilien, Schmuck und Bankkonten sowie Daten von Tausenden Kontoinhabern beschlagnahmt worden. Mutmaßlich seien Finanzmittel im Wert von mehreren Millionen Euro vor den Behörden versteckt worden, hieß es weiter.

Ein Foto der niederländischen Steuerfahndung zeigt einen Teil der beschlagnahmten Wertgegenstände:

Ähnliche Untersuchungen seien in Großbritannien, Australien, Deutschland und Frankreich im Gange. Nach Angaben niederländischer Behörden sind Dutzende von Kunden im Visier. Sie werden verdächtigt, Millionenbeträge vor dem Fiskus versteckt zu haben, indem sie das Geld auf ein Schweizer Konto eingezahlt hätten. Es gebe zudem Untersuchungen in Australien, Deutschland, Großbritannien und Frankreich, heißt es weiter.

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2 Kommentare zu "Mutmaßliche Geldwäsche: Ermittler durchsuchen Büros von Credit Suisse"

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  • Die staatlichen Häscher verfolgen aber auch jeden erfolgreichen Investor in der EU.
    Wie soll man hier noch arbeiten ? Wichtig ist eine allgemeine Amnestie für derart Verfolgte. Widerstand ist verpflichtet, wenn das Unrecht zum Recht erklärt wird.

  • Da muß Unser Finanzminister schnellsten aktiv werden, aus Fairnis, zum Schutz der Deutschen Steuerbetrüger u. der Wirtschaft

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