Nach 209 Jahren
Privatbank Pictet öffnet erstmals ihre Bücher

Die Privatbank Pictet veröffentlichte 209 Jahre keine Bilanz und gewährte keinen Einblick ins Geschäft. Nun bricht der drittgrößte Vermögensverwalter mit dieser Tradition. Allerdings nicht ganz freiwillig.
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ZürichVerschwiegenheit und Diskretion waren für die Schweizer Privatbank Pictet jahrzehntelang oberstes Gebot. Doch nun lässt sich die Genfer Bank zum ersten Mal in ihrer 209-jährigen Geschichte in die Bücher blicken. Und das zeigt: Pictet ist nach den Großbanken UBS und Credit Suisse der drittgrößte Vermögensverwalter des Landes und auch bei der Profitabilität in der Spitzengruppe.

Pictet ist in den vergangenen Jahrzehnten rasant gewachsen. Als der geschäftsführende Teilhaber Jacques de Saussure 1980 einstieg, verwaltete das Institut nicht einmal zehn Milliarden Franken. Heute sind es 319 Milliarden Franken (264 Milliarden Euro). Das starke Wachstum hat das von acht Teilhabern geführte Unternehmen aus eigener Kraft geschafft. Auch die laufende Konsolidierung unter den Schweizer Privatbanken, bei der immer wieder Banken auf den Markt kommen, ist für de Saussure kein Grund für einen Kurswechsel. "Große Übernahmen und Zusammenschlüsse sind nicht in unserer DNA", erklärte de Saussure im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Einzelne Mitarbeiter oder Teams von strauchelnden Konkurrenten abzuwerben, komme aber durchaus infrage.

Der Profitabilität hat das hohe Wachstumstempo nicht geschadet. Im ersten Halbjahr 2014 erzielte die Bank einen Gewinn von 203 Millionen Franken. Den Vorjahreswert behält Pictet zwar für sich. Ein Vergleich mit anderen Banken zeigt aber, dass Pictet in der obersten Liga mitspielt. Die Bank kommt auf eine Eigenkapitalrendite von 17,6 Prozent. Einer kürzlich von der Beratungsfirma KPMG veröffentlichten Auswertung von Geschäftsberichten zufolge liegt der Branchendurchschnitt bei lediglich 3,3 Prozent. Bei der Nummer vier der Schweizer Vermögensverwalter, Julius Bär, sind es 16,2 Prozent.

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