Nach Aufsichtsratssitzung: Zielke rückt an die Commerzbank-Spitze

Nach Aufsichtsratssitzung
Zielke rückt an die Commerzbank-Spitze

Das Rennen um die Nachfolge von Martin Blessing bei der zweitgrößten deutschen Bank ist entschieden: Der Aufsichtsrat wählte Martin Zielke zum neuen Spitzenmann. Auch eine Frau soll bald in den Vorstand aufrücken.

FrankfurtLange galt Commerzbank-Vorstand Martin Zielke als Außenseiter im Rennen um die Nachfolge von Vorstandschef Martin Blessing. Doch nach monatelanger Suche bestimmte der Aufsichtsrat nun den 53-jährigen Privatkunden-Chef zum neuen Spitzenmann des Instituts.

„Der Aufsichtsrat der Commerzbank hat sich in seiner heutigen Sitzung für Martin Zielke als Nachfolger von Martin Blessing in der Funktion des Vorstandsvorsitzenden der Commerzbank entschieden“, teilte die Bank am Sonntag mit. Martin Blessing werde die Bank Ende April verlassen.

Die Kür Zielkes war Teil eines größeren Personalumbaus: Denn Zielkes Nachfolger wurde noch auf der gleichen Sitzung bestimmt. Michael Mandel, Zielkes engster Mitarbeiter, der mit ihm die neue Privatkundenstrategie ausgearbeitet hatte, soll Zielke folgen.

Damit nicht genug: Auch die erste Frau soll auf absehbare Zeit in den Commerzbank-Vorstand aufrücken: Bettina Orlopp, derzeit als Bereichsvorständin für die Strategie zuständig, soll ein neu geschaffenes Ressort für Personalfragen, Recht und Compliance führen. Sie rückt auf, sobald sie von der Finanzaufsicht die Vorstandserlaubnis erhalten hat.

Die Zahl der Vorstände würde dann von derzeit sieben auf acht Manager steigen. Dabei hatte die Bank erst vor gut zwei Jahren das Vorstandsgremium um zwei Posten verkleinert. Das war eine kostspielige Entscheidung, denn einer der beiden, der frühere Personalvorstand der Bank, klagte erfolgreich gegen seinen unfreiwilligen Abgang. Er erstritt sich so eine höhere Abfindung.

Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller lobte die Wahl Zielkes: „Mit ihm hat sich nach einem intensiven Auswahlprozess der richtige Kandidat durchgesetzt, dem der gesamte Aufsichtsrat sein Vertrauen schenkt“, so Müller.

Ursprünglich hätte insbesondere der Bund, der mit 15 Prozent der Anteile noch immer Großaktionär der Bank ist, gerne eine international erfahrene Frau an die Spitze der Bank gesetzt. Doch die Kandidatensuche entpuppte sich als schwierig. Potenzielle Aspirantinnen wie die schwedische SEB-Chefin Annika Falkengren scheiterten dann aber nicht zuletzt an mangelnden Deutsch-Kenntnissen.

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