Nach Corealcredit-Übernahme
Aareal Bank traut sich mehr zu

Der verschärfte Wettbewerb in der Immobilienfinanzierung bereitet der Aareal Bank keine Sorgen: Das Institut hat zuletzt ein höheres Ergebnis erwirtschaftet als gedacht – und ist zuversichtlich für das gesamte Jahr.
  • 0

FrankfurtDie Immobilienbank Aareal sieht sich nach einem Gewinnsprung im Frühjahr in guter Verfassung für die Rückzahlung der restlichen Staatshilfen. Mit dem Bankenrettungsfonds SoFFin gebe es bereits eine Einigung über die Rückführung der Stillen Einlage von 300 Millionen Euro, sagte Vorstandschef Wolf Schumacher am Dienstag und bestätigte damit Reuters-Informationen aus Finanzkreisen. Mit der Finanzaufsicht BaFin müssten nun noch die letzten Details geklärt werden. Das dürfte aber "in absehbarer Zeit" passieren, obwohl im Hintergrund gerade der Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) laufe.

Auf die Einlage zahlte der Immobilienfinanzierer dem Staat zuletzt 11,5 Prozent Zinsen pro Jahr. Weil diese lukrativen Einnahmen bei einer Tilgung wegfallen, wird eine Einmalzahlung an den SoFFin fällig. Die BaFin wiederum muss prüfen, ob die Bank solide genug da steht. Die Zahlen zum zweiten Quartal, die erstmals den zu Jahresbeginn übernommenen Rivalen Corealcredit vollständig einschlossen, dürften Schumacher helfen: Der Betriebsgewinn stieg auf 65 (Vorjahr: 45) Millionen Euro. Unter voller Anwendung der strengeren Basel-III-Regeln kam die Aareal per Ende Juni auf eine harte Kernkapitalquote 12,2 Prozent, inklusive SoFFin waren es sogar 14,1 Prozent. Damit steht das Institut im Vergleich zur Konkurrenz sehr solide da.

Anleger ließen sich von der Zuversicht anstecken. Mit einem Plus von zwei Prozent war die Aareal-Aktie zeitweise größter Gewinner im Nebenwerte-Index MDax.

Eigentlich wollte die Aareal die Staatshilfen mit zusätzlichem Kernkapital tilgen, das noch vor dem Sommer ausgegeben werden sollte. Diese Pläne wurden aber vorerst auf Eis gelegt, weil die Investoren zu hohe Preise für die sogenannten "CoCo"-Bonds aufriefen. Finanzchef Hermann Josef Merkens betonte nun, die Aareal stehe weiter in den Startlöchern, Banken seien mandatiert und man könne jederzeit loslegen, wenn der Markt das hergebe und "die Sonne wieder scheint". Nach Konzernangaben ist das frische Kapital aber nicht zwingend nötig, um den Staat endgültig abzuschütteln.

Für das Gesamtjahr ist die Bank nun etwas optimistischer gestimmt, obwohl der Wettbewerb in der gewerblichen Immobilienfinanzierung zuletzt spürbar angezogen hat, wie Schumacher klagte. Bei der Aareal treibt allerdings das durch die Coreal-Übernahme gestiegene Kreditvolumen den Zinsüberschuss. 2014 erwartet das Institut jetzt ein Betriebsergebnis von 380 bis 400 Millionen Euro, bislang wurden bis zu 390 Millionen angepeilt. Auch im Neugeschäft dürfte die Bank am oberen Ende der Erwartungen herauskommen - also bei etwa neun Milliarden Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Corealcredit-Übernahme: Aareal Bank traut sich mehr zu"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%