Nach dem Japan-Beben
Hohe Verluste für Versicherer erwartet

Laut einer Studie könnte das Japan-Beben die Versicherer 39 Milliarden Dollar kosten. Neben den japanischen Versicherern müssen die weltgrößten Rückversicherer gerade stehen.
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Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan muss sich die Versicherungsbranche einer Studie zufolge auf höhere Verluste gefasst machen als bislang gedacht. Die Risikomodellierungsfirma Eqecat gab am Montag eine überarbeitete Prognose heraus, wonach die Versicherer für Schäden von bis zu 39 Milliarden Dollar geradestehen müssten.

In der ursprünglichen Schätzung hatten die Experten von Eqecat eine Schadenssumme von maximal 22 Milliarden Dollar errechnet. In der neuen Prognose seien nun weitere Faktoren berücksichtigt, etwa Produktionsausfälle und Schäden im Zuge der radioaktiven Verstrahlung rund um den Katastrophenreaktor Fukushima, hieß es.

Die Risikomodellierungsfirma RMS hatte Mitte April eine Summe von bis zu 34 Milliarden Dollar für die Versicherer genannt. Sachversicherer, die etwa zerstörte Häuser, Autos oder Brücken abdecken, müssten für 18 bis 26 Milliarden Dollar aufkommen, Lebens- und Krankenversicherer für drei bis acht Milliarden, hatte RMS erklärt.

Neben den japanischen Versicherern müssen die weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück, Swiss Re und Hannover Rück für hohe Summen geradestehen. Am 11. März hatte ein Erdbeben der Stärke 9,0 den Nordosten Japans erschüttert und einen zehn Meter hohen Tsunami ausgelöst. Ganze Landstriche wurden zerstört, teilweise war auch die Metropole Tokio betroffen.

Bis zu 28.000 Menschen sind nach bisherigen Erkenntnissen ums Leben gekommen. Eine Störung im Atomkraftwerk Fukushima löste eine der größten Nuklearkatastrophen der Geschichte aus. Die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ berichtete unterdessen, der Atomkraftwerksbetreiber Tepco wolle die japanische Regierung um Hilfe bitten, um die von der Reaktorkatastrophe betroffenen Anwohner zu entschädigen. Tepco-Chef Masataka Shimizu wolle dazu am Dienstag mit Ministerpräsident Naoto Kan zusammenkommen. An dem Gespräch würden auch Regierungssprecher Yukio Edano und Wirtschaftsminister Banri Kaieda teilnehmen.

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