Nach dem Kirch-Prozess
Razzia bei Anwälten der Deutschen Bank

Mit ihren Aussagen im Kirch-Prozess könnte sich die Führung der Deutschen Bank des Prozessbetrugs schuldig gemacht haben. Nun wurde auch die Anwaltskanzlei des Instituts von Staatsanwälten durchsucht.
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FrankfurtDie Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Absprache und Falschaussage im zurückliegenden Kirch-Prozess gegen amtierende und frühere Führungskräfte der Deutschen Bank ziehen immer weitere Kreise. Nun sind auch die Rechtsanwälte des Geldhauses ins Visier der Fahnder geraten. 

Nach Angaben aus Finanzkreisen durchsuchten am 18. März Ermittlungsbeamte die Kanzlei Hengeler Mueller im Frankfurter Westend. Andere Standorte der Kanzlei waren nicht betroffen. Das bestätigte ein Sprecher der Kanzlei gegenüber dem Handelsblatt. Die Ermittler seien dem Verdacht der Beihilfe zum Prozessbetrug nachgegangen und hätten Unterlagen beschlagnahmt und abtransportiert. Die Staatsanwälte ermitteln unter anderem gegen den Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen. Er soll zuletzt einen Deal der Staatsanwaltschaft ausgeschlagen haben. Diese hatte Medienberichten zufolge angeboten, die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Fitschen für ein Bußgeld einzustellen.

Ebenfalls beschuldigt sind unter anderem die früheren Konzernchefs Josef Ackermann und Rolf-E. Breuer. Der Zivilprozess um Schadenersatz mit den Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch wurde vor rund vier Wochen beigelegt. Gegen Zahlung von rund 925 Millionen Euro einigten sich beide Seiten auf ein gütliches Ende des zwölfjährigen Rechtsstreits.

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