Nach dem Milliardendesaster: Sarkozy fordert Rücktritt von SocGen-Chef Bouton

Nach dem Milliardendesaster
Sarkozy fordert Rücktritt von SocGen-Chef Bouton

Mit dem Börsenhändler Jérome Kerviel hat es ein einzelner Mann geschafft, der französischen Großbank Société Générale Schäden in Milliardenhöhe zuzufügen. In die Schusslinie ist dadurch auch ein anderer Mann geraten: Daniel Bouton, derzeit noch Chef des Finanzinstituts. Die glanzvolle Karriere des Spitzenbankers könnte nun ein unrühmliches Ende finden.

ali/ HB PARIS. Bankchef Daniel Bouton wird die Affäre vermutlich den Job kosten. Staatspräsident Nicolas Sarkozy legte ihm indirekt den Rücktritt nahe: Wenn man ein hohes Gehalt habe, und es gebe ein großes Problem, "kann man sich seiner Verantwortung nicht entziehen", sagte er am Montagabend.

Finanzministerin Christine Lagarde erklärte am Dienstag, es sei Aufgabe des Verwaltungsrates, über die Zukunft von Bouton zu entscheiden. Am Mittwoch kommt das Gremium erstmals seit Bekanntwerden des Skandals am vergangenen Donnerstag zusammen. "Das Schicksal von Bouton ist besiegelt, jeder weiß das", sagte der Generalsekretär der Partei der Sozialisten (PS), François Hollande, dem Sender Europe-1. Die Frage sei nur noch, wann Bouton zurücktreten werde.

Der französische Staat will die vom Milliardenverlust angeschlagene Société Générale gegen jeden Übernahmeversuch verteidigen. "Die Regierung wird nicht zulassen, dass die Bank zum Objekt für einen feindlichen Einstieg wird", sagte Premierminister François Fillon am Dienstag. Die Regierung sei "sehr aufmerksam" in Hinblick auf alle Versuche, die Bank zu destabilisieren.

Nach den massiven Börsenverlusten der SocGen in Folge des Skandals ebben Spekulationen über den Einstieg einer ausländischen Bank oder des französischen SocGen-Konkurrenten BNP Paribas nicht ab.

Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte am Montag ein formelles Ermittlungsverfahren gegen den Börsenmakler Jérôme Kerviel eingeleitet. Seine Fehlspekulationen kosteten die SocGen knapp fünf Mrd. Euro. In dem Verfahren werden Kerviel Vertrauensbruch, Fälschung und unerlaubter Computerhandel zur Last gelegt, nicht aber Betrug. Bei einer Verurteilung drohen ihm drei Jahre Gefängnis.

Nach zwei Tagen in Untersuchungshaft war Kerviel am Montagabend auf freien Fuß gesetzt worden, muss sich den Justizbehörden aber zur Verfügung halten. Die Staatsanwaltschaft legte am Dienstag Berufung gegen die Freilassung ein.

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