Nach Ecclestone-Anklage
Banker Gribkowsky steht als Zeuge bereit

Formel 1-Boss Ecclestone und Top-Banker Gribkowsky sind sich zuletzt im Gerichtssaal begegnet. Gribkowksy war Angeklagter, Ecclestone Zeuge. In einem möglichen Prozess gegen Ecclestone könnte sich der Spieß umdrehen.
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MünchenDer ehemalige BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky steht als Zeuge für einen möglichen Prozess gegen Formel 1-Boss Bernie Ecclestone bereit. „Herr Gribkowsky kommt seiner Zeugenpflicht selbstverständlich nach, wenn er geladen wird“, sagte sein Anwalt Daniel Amelung am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in München.

Gribkowsky hatte Ecclestone vorgeworfen, ihm 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld gezahlt zu haben, damit er den Verkauf der Formel 1 in seinem Sinne regelte. Die Staatsanwaltschaft München hat den mächtigen Formel 1-Chef deshalb wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue angeklagt. Gribkowsky wurde 2012 unter anderem wegen Bestechlichkeit zu mehr als acht Jahren Haft verurteilt, weil er das Geld angenommen und nicht versteuert hat. Der 55-Jährige sitzt in München im Gefängnis.

Amelung, der Gribkowsky zusammen mit zwei weiteren Anwälten verteidigte, hatte in dem Prozess bereits die Rolle von Ecclestone hervorgehoben. „Wo Bestechlichkeit, da auch Bestechung“, argumentierten die Rechtsanwälte. „Die Anklage gegen Ecclestone ist deshalb für uns keine Überraschung“, sagt Amelung. Ecclestone selbst hatte die Millionenzahlung hingegen als eine Art Schweigegeld dargestellt, um Gribkowsky von einer Steueranzeige gegen ihn abzuhalten.

Auch bei der BayernLB ist die Anklage gegen Ecclestone auf Interesse gestoßen. „Wir verfolgen die Vorgänge aufmerksam“, sagte ein Sprecher der Landesbank. Die BayernLB war früher Hauptaktionär der Formel 1 und geht davon aus, dass sie ihre Anteile im Jahr 2006 wegen Absprachen zwischen Ecclestone und Gribkowsky zu billig an den Investor CVC verkauft hat. Die restliche Forderung stützt die BayernLB auf eine Aussage von Gribkowsky:

Der einstige Top-Manager soll der Staatsanwaltschaft erzählt haben, dass Ecclestone den Kaufpreis für die Formel-1-Beteiligung damals vorgegeben habe. Sonst hätte er statt 840 Millionen Dollar mehr als 1 Milliarde Dollar für die BayernLB herausholen können. Diese Differenz von mehr als 360 Millionen Dollar will die Landesbank nach Informationen aus Branchenkreisen ebenfalls von Ecclestone haben. Die BayernLB äußert sich nicht zur Höhe ihrer Forderungen. Die Bank fordert deshalb mehr als 400 Millionen Dollar Schadenersatz von Ecclestone.

Über die Eröffnung eines Prozesses gegen Ecclestone entscheidet das Landgericht München voraussichtlich frühestens Mitte September. Vor Gericht müsste Ecclestone als Angeklagter persönlich erscheinen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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