Nach Gewinnanstieg
Die Allianz setzt sich höhere Ziele

Nach einem Gewinnanstieg im zweiten Quartal blickt die Allianz mit mehr Optimismus in die Zukunft. Das operative Ergebnis des gesamten Geschäftsjahres werde das obere Ende der Zielspanne erreichen.
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BerlinDie Allianz nimmt in diesem Jahr einen Betriebsgewinn von mehr als elf Milliarden Euro ins Visier. Das operative Ergebnis werde am oberen Ende der Spanne von 10,3 bis 11,3 Milliarden Euro liegen, die Vorstandschef Oliver Bäte für 2017 bisher angepeilt hatte, teilte Deutschlands größter Versicherungskonzern am Mittwochabend in München mit.

2016 hatte die Allianz operativ nach revidierten Zahlen 11,1 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet, Restrukturierungskosten klammert sie dabei nun aus. Nur bei großen Naturkatastrophen oder Krisen wäre das Ziel gefährdet. Analysten hatten der Allianz zuletzt nur knapp elf Milliarden Euro operativen Gewinn zugetraut.

Allein im zweiten Quartal lag der operative Gewinn mit 2,9 Milliarden Euro um 23 Prozent über Vorjahr. Vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung lief das Geschäft glänzend. Aber auch die Vermögensverwaltung zeigt sich erholt, nachdem die US-Tochter Pimco eine jahrelange Krise offenbar überstanden hat.

Unter dem Strich stand von April bis Juni ein Nettogewinn nach Anteilen Dritter von 2,0 Milliarden Euro. Weil die Steuerquote sank, waren das 83 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Der Umsatz der Allianz kletterte um zwei Prozent auf fast 30 Milliarden Euro. In der Sachversicherung erwirtschaftete sie mit 1,4 Milliarden Euro 28 Prozent mehr Gewinn als ein Jahr zuvor. Das lag vor allem daran, dass der Versicherer viel weniger für die finanziellen Folgen von Naturkatastrophen ausgeben musste und sich die Schaden-Kosten-Quote damit deutlich auf 93,7 von 96,4 Prozent verbesserte.

In der Leben- und Kranken-Sparte stieg das operative Ergebnis um zwölf Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Der Wert der Neubeiträge legte um 2,8 Prozent zu, vor allem aber verbesserte sich die Marge im Neugeschäft auf 3,4 (2,6) Prozent. Die Allianz setzt in der Lebensversicherung seit einigen Jahren stark auf neuartige Produkte, die weniger Kapital kosten.

Der US-Vermögensverwalter Pimco und die europäische Allianz Global Investors ziehen wieder neue Gelder von Anlegern an. Von April bis Juni sammelte die Allianz in der Vermögensverwaltung 55 Milliarden Euro ein. Für Dritte verwaltete sie Ende Juni 1,41 Billionen Euro, fast acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Dazu kommt rund eine halbe Billion Euro, die die Allianz selbst bei ihren Töchtern angelegt hat. Das zuletzt unter Druck geratene Ergebnis im Asset Management verbesserte sich im zweiten Quartal um 17 Prozent auf 584 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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