Nach Gewinnrückgang: Julius Bär senkt die mittelfristigen Ziele

Nach Gewinnrückgang
Julius Bär senkt die mittelfristigen Ziele

Die Schweizer Bank Julius Bär reagiert auf das kriselnden Branchenumfeld und senkt die Ertragsziele. Im Vergleich zur Konkurrenz sieht es aber noch gut aus. Und auch im Steuerstreit mit den USA herrscht Gelassenheit.
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ZürichDie Schweizer Privatbank Julius Bär verabschiedet sich angesichts des starken Frankens und risikoscheuer Kunden von ihren mittelfristigen Ertragszielen. In Zukunft will sich der größte börsennotierte Vermögensverwalter des Landes mit einem vier Prozentpunkte schlechteren Kosten-Ertragssatz von 62 bis 66 Prozent zufrieden geben. Auch das Ziel für die Vorsteuergewinn-Marge nahm Bär Angaben vom begegnete Bär mit drei Kostensenkungsrunden, denen auch rund 150 Montag zufolge zurück.

Während die Kosten mehrheitlich in Franken anfallen, stammt ein großer Teil der Erträge aus anderen Währungen. Die Rentabilität leidet auch darunter, dass die Kunden wegen der schwierigen Lage an den Finanzmärkten wenig handeln und ihr Geld kaum in margenstarken Produkten anlegen. 2011 stieg der Kosten-Ertragssatz der Bank deshalb auf 68 Prozent.

Der verschlechterten Profitabilität Arbeitsplätze zum Opfer fielen. Die Kosten für diese Maßnahmen und eine Bußgeldzahlung wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in Deutschland drückten den Gewinn 2011 um 27 Prozent auf 258 Millionen Franken. Analysten hatten durchschnittlich mit einem Gewinn von 352 Millionen Franken gerechnet. An der Börse gaben die Aktien im frühen Handel 2,2 Prozent auf 37,01 Franken nach, während der europäische Branchenindex 0,9 Prozent verlor.

Im Vergleich mit anderen Vermögensverwaltern schlägt sich Bär aber immer noch gut. Der Bank gelang es im Vorjahr, neues Geld von netto zehn Milliarden Franken hereinzuholen. Dies entspricht zum Vorjahr einem Wachstum von sechs Prozent und liegt am oberen Ende der angepeilten Bandbreite von vier bis sechs Prozent. Für Bär zahlt sich der Aufbau des Geschäfts in den Wachstumsmärkten Asien, Russland, Osteuropa sowie dem mittleren Osten aus. Vor allem die Wertverluste der Kundenanlagen fraßen das Wachstum aber wieder auf, so dass die verwalteten Vermögen bei 170 Milliarden Franken verharrten.

Die Analysten von der Bank Vontobel wollen in Folge der Bär-Zahlen nun ihr Kursziel von derzeit 32 Franken überprüfen. Die Tatsache, dass Bär das Ziel der Vorsteuermarge von bisher über 40 Basispunkten auf über 35 Basispunkte reduziert, werten die Experten als Anzeichen, "dass mit höheren Restrukturierungskosten als bisher erwartet gerechnet wird." Vontobel empfiehlt, die Bär-Aktien zu "reduzieren."

Die Experten der Züricher Kantonalbank dagegen hatten nach eigenen Angaben mit der Senkung der Ziele gerechnet. "Insgesamt hat Julius Bär gemischte Zahlen gezeigt", hieß es in einem Kurzkommentar. Das Resultat sei "etwas schwächer als antizipiert." Die ZKB-Experten raten weiterhin, den Titel "Marktgewichten".

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