Nach Gribkowskys Geständnis
Formel-1-Chef Ecclestone fühlt sich völlig frei

„Einen Riesenberg Geld“ habe er von Bernie Ecclestone kassiert, sagt Gerhard Gribkowsky. Genauer: 50 Millionen Dollar. Doch vom Schmiergeld-Geständnis des Ex-BayernLB-Managers fühlt sich der Formel-1-Chef nicht belastet.
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München/DüsseldorfNach dem Geständnis des ehemaligen BayernLB-Managers Gerhard Gribkowsky hat der Anwalt von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone Vorwürfe gegen seinen Mandaten zurückgewiesen. Die Hauptverhandlung vor dem Münchner Landgericht sei für das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gegen Ecclestone nicht bindend, teilte der Düsseldorfer Rechtsanwalt Sven Thomas am Mittwoch mit.

Ecclestones Verteidigung habe an dem Prozess gegen Gribkowsky nicht teilnehmen und daher auch keinen Einfluss nehmen können. Dies gelte auch „für die Widerlegung der Auffassungen des Gerichts aus jüngster Zeit über angebliche Vereinbarungen zwischen Herrn Dr. Gribkowsky und Herrn Ecclestone“, sagte Thomas.

Zuvor hatte Gribkowsky vor dem Landgericht München ein Geständnis abgelegt und den Formel 1-Chef unter Druck gebracht. Nach acht Monaten Schweigen räumte der einstige Spitzenbanker am Mittwoch ein, 44 Millionen Dollar von Ecclestone erhalten zu haben.

„Einen Riesenberg Geld“, wie Gribkowsky sagte. Er habe das Geld nach jahrelangen Verhandlungen über den Verkauf der Formel 1 aber angenommen. „Für den Kampf hatte ich das Gefühl, Anerkennung verdient zu haben.“ Heute sei ihm klar, dass er Fehler gemacht habe und es sich um Bestechungsgeld gehandelt habe.

Im Gegenzug für das Geständnis kann der 54-Jährige mit einer Haftstrafe von maximal neun Jahren rechnen. Dies hatte der Vorsitzende Richter Peter Noll ihm vor seiner Aussage zugesichert. Er bescheinigte Gribkowskys eine „erfreuliche Klarheit“ seiner Aussage, die bis in den Nachmittag dauerte. Danach machte Gribkowsky einen gelösten Eindruck und verließ das Gericht lächelnd.

Gribkowsky war als Vorstand der BayernLB im Jahr 2006 dafür zuständig, die Beteiligung der Bank an der Formel 1 zu verkaufen, die ihr als Pfand für die Kirch-Pleite zugefallen war. Dabei hatte der Banker immer wieder mit Ecclestone zu tun, ohne den in der Formel 1 nichts laufe. „Sie kommen an gar nichts ran, wenn er nicht will“, sagte Gribkowsky.

Ecclestone kamen die Verkaufsabsichten der BayernLB damals ganz recht: Er hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm Banken als Besitzer der Formel 1 nicht in den Kram passten. Gribkowsky erzählte den Richtern, Ecclestone habe ihn zum Verkauf gedrängt. „Wenn Du mir hilfst, die Formel 1 zu verkaufen, dann beschäftige ich Dich als Berater“, habe Ecclestone ihm gesagt. Kurz darauf präsentierte Ecclestone ihm seinen Wunschkäufer: Den britischen Finanzinvestor CVC, der die Formel 1-Mehrheit schließlich kaufte und bis heute besitzt.

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  • Gratulation an die Staatsanwaltschaft!

    Jetzt muss als nächstes Ecclestone und CVC angeklagt werden. Insbesondere CVC hat ja davon profitiert - oder wofür als für einen zu niedrigen Kaufpreis soll denn sonst bestochen worden sein?

    Und dann müssen Ecclestone und CVC zivilrechtlich für den zu geringen Kaufpreis verklagt werden - Vorschlag: 500 Mio Euro waren es sicherlich.

  • Den ganzen Formel-1 Mist braucht kein Mensch. Umweltverschmutzung und Resourcenverschwendung ohne Ende.

  • Wetten, dass gegen den kleinen Gerne-Groß kein Verfahren stattfindet ?

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