Nach Großpleiten
Neue Gefahren für spanische Banken

Aktuelle Insolvenzen bedrohen das ohnehin schon labile spanische Bankensystem. Welche Institute durch den Kreditausfall einer großen Immobilienfirma belastet werden könnten.
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Spaniens krisengeschüttelten Banken drohen weitere Belastungen durch zwei Großpleiten. Die beiden spanischen Eigner von Frankreichs größter Immobilienfirma Gecina meldeten am Mittwoch Insolvenz an, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte. Alteco und MAG Import seien nicht in der Lage gewesen, einen Konsortialkredit von 1,6 Milliarden Euro zurückzuzahlen, hieß es zur Begründung.

Spaniens Banco Popular, die mittlerweile verstaatlichte Bankia, NCG Banco sowie die französische Natixis und die Royal Bank of Scotland haben der spanischen Zeitung "El Pais" zufolge die größten Summen zu dem Kredit beigesteuert. Nach Informationen aus Bankenkreisen soll der Anteil von Bankia 234 Millionen Euro betragen, der von Popular "El Pais" zufolge 264 Millionen Euro. Beide Geldhäuser wollten sich dazu nicht äußern. Die Insolvenzverfahren gehören zu den größten in der spanischen Unternehmensgeschichte.

Inwieweit die Pleiten der beiden Investmentfirmen sich auf die Banken auswirken, ist noch unklar. Nach dem Platzen der Immobilienblase in Spanien haben die Banken des Landes bereits Milliarden abgeschrieben. Dennoch brauchen sie fast 60 Milliarden Euro frisches Kapital, um für weitere Schwierigkeiten gerüstet zu sein. Spanien hat bereits EU-Hilfen für den Sektor beantragt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Was waren denn das fuer Meldungen vor einigen Tagen, die spanischen Banken seien gar nicht so schlecht aufgestellt, braeuchten nur, man beachte das Wort nur, 49 Milliarden €. Welche Duennbrettbohrer haben denn da in die Buecher geschaut? Auf einmal sollen es doch mehr als 100 Milliarden sein. Tante Emma waere entweder schon laengst pleite oder haette den Staatsanwalt am Hals, wenn sie so bilanzieren bzw berichten wuerde, aber Banken, Versicherungen und Parteien haben ja einen Freifahrtsschein fuer Betrug. Die Politik und die Finanzwelt ist zutiefst korrupt, wann steht der Buerger endlich auf gegen diese Kriminellen, auch in Deutschland, denn hier ist es nicht besser. Versicherungen beschei....... jahrelang die Versicherungsnehmer, verprassen die Praemie im Puff, Parteien mauscheln mit Gluecksspielunternehmern, an die 100,000DM Gedaechtnisluecke Schaeuble oder gar Kohl und Koch gar nicht zu denken, die DB entlaesst Mitarbeiter, weil diese beim Steuerbetrug geholfen haben. Die DB muesste diese Leute der Staatsanwaltschaft uebergeben, das waere Transparenz. Wann wacht die Gesellschaft endlich auf.

  • Es ist ein Grauen, dass man die Immobilienzockerbanken nicht schlicht einfach pleite gehen läßt. Warum in alles in der Welt, muss der "einfache Spanier" dafür zahlen, dass wenige Interessengrüppchen mit Betongold sich schwindelig verdienen wollten ?
    Es ist schlicht zocken, mit nebülösen Erwartungen und teuren Grundstücks- und Baukosten eine Masse zu produzieren, die nicht am Markt nachgefragt werden. Kommt es so, platzen ganz natürlich die Kredite, da diese nicht zurückgezahlt werden können. Zu hohe Werte müssen abgeschrieben werden und fallen auf ein reales Niveau von Angebot und Nachfrage zurück.
    Tja ... und wer soll es bezahlen ? Etwas die Akteure die sich hier bedienten und "spielen". Natürlich nicht .... wozu hat man den die zahlreichen einfachen Bürger, auf die man die Last dann verteilen kann. Also bekommen die Banken brav Milliardenflutungen, um die Billanzlöcher auszugleichen. Geht doch.

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