Nach Handelsskandal
Reiche Kunden meiden die UBS-Vermögensverwaltung

Nach einem Handelsverlust von 2,3 Milliarden Dollar wachsen die Zweifel der wohlhabenden Kunden an der Schweizer Großbank UBS. Besonders das Risikomanagement steht in der Kritik der Anleger.
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ZürichDie Schweizer Großbank UBS muss nach dem Handelsskandal auch mit Bremsspuren in ihrem Kerngeschäft mit vermögenden Kunden rechnen. Potenzielle Neukunden werden nach Ansicht von Analysten erst einmal einen Bogen um die Bank machen, an deren Risiko-Management nach dem Handelsverlust von 2,3 Milliarden Dollar große Zweifel bestehen und an deren Spitze sich das Personal-Karussell seit Jahren unablässig dreht. „Es ist nicht mehr sicher, ob bei reichen Kunden das Vertrauen weiter zurückkehrt und ob sie neues Geld zu einer Bank bringen, die von Handelsverlusten und Schwächen in der Risiko-Kontrolle durchgeschüttelt wurde“, erklärte Bankenanalyst Michael Rohr von Silvia Quandt Research am Dienstag. 

Nach der Finanzkrise und dem Steuerstreit mit den USA hatten reiche Kunden bereits scharenweise die Flucht ergriffen und insgesamt 400 Milliarden Franken abgezogen. Dem am Wochenende ausgeschiedenen Konzernchef Oswald Grübel war es im Anschluss gerade gelungen, die Abwanderung zu stoppen - nun setzt es den nächsten Nackenschlag. So schlimm wie nach der Finanzkrise wird es für die UBS dieses mal jedoch nicht kommen, schätzt Bankenanalysten Andreas Venditti von der Zürcher Kantonalbank. Die UBS befinde sich im Gegensatz zu 2008 nicht in einer Existenzkrise und sei gemessen an den Basel-Standards trotz des Verlustes gut kapitalisiert. 

„Das Neugeld wird aber möglicherweise langsamer fließen“, warnte Venditti. Wie sich Besitzer großer Vermögen von 200 Millionen Franken und mehr verhalten werden, sei jedoch schwer einzuschätzen, sagte ein Analyst einer anderen Schweizer Bank. „Wo wollen die Leute in der Schuldenkrise denn hin - immerhin ist die Schweiz sicher“, argumentierte er. Denkbar sei, dass sie der UBS zwar nicht ganz den Rücken kehrten aber einen Teil ihres Geldes zu anderen Schweizer Banken bringen. 

Langfristig schwerer als der von einem inzwischen festgenommenen Händler verursachte Verlust dürfte nach Ansicht eines hochrangigen Bankers außerhalb der UBS der erneute Personalwechsel an der Spitze wiegen. „Das ist eine Katastrophe“, sagte der Banker zu Reuters. Seit UBS Ende der 90er Jahre aus der Fusion von Bankgesellschaft und Bankverein entstand, gaben sich fünf Konzernchefs die Klinke in die Hand. Europa-Chef Sergio Ermotti, der am Wochenende nach Grübels überraschendem Rücktritt das Steuer übernahm, ist der sechste und zunächst nur als Interims-Chef im Amt. Das sorge auch für Verunsicherung in der Belegschaft, sagte der Banker. 

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"Viele haben das Vertrauen in die Manager verloren"

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  • Vermögensverwaltungen sind auf eigene Gewinnmaximierung aus. Egal, ob der Kunde gewinnt oder nicht. Wer sowas braucht, soll sich weiter über den Tisch ziehen lassen.

  • Also das glaube ich nicht, dass die Kunden zu anderen Schweizer Banken gehen. Wenn man sich erst einmal ueberwunden hat, sucht man sich einen wirklich sicheren Platz. Seit der deutsche Fiskus die Finger nach den privaten Vermoegen in der Schweiz ausstreckt und die Schweizer Banken und der Staat auch noch voll mitspielen, ist es vorbei mit Geldanlagen in der Schweiz. Da ist die IRS ja ein Weisenknabe dagegen. Ich habe mein Geld aus der Schweiz abgezogen. Eigentlich hat die Schweiz nach der neusten Entwicklung nur noch Nachteile zu bieten, was die Geldanlage betrifft: Quellensteuer anstatt in der Jahressteuererklaerung aufrechnen, im Vergleich extrem hohe Gebuehren, CHF ist an den EURO gebunden. Also was will man da noch.

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