Nach Manipulationsversuchen

Citigroup zahlt 425 Millionen Dollar Strafe

Die US-Finanzaufsicht zieht die Citigroup für Marktmanipulationen zur Rechenschaft. Die Bank muss insgesamt 425 Millionen Dollar an Strafen zahlen, wie die US-Regulierungsbehörde am Mittwoch mitteilte.
Der US-Bank wird vorgeworfen, während der Finanzkrise den "Dollar-Libor" falsch angegeben zu haben. Quelle: AFP
Citigroup-Zentrale in New York

Der US-Bank wird vorgeworfen, während der Finanzkrise den "Dollar-Libor" falsch angegeben zu haben.

(Foto: AFP)

WashingtonDie Citibank legt mit einer Zahlung von 425 Millionen Dollar Vorwürfe der versuchten Manipulation von mehreren Referenzzinssätzen bei. Damit habe das Institut einen wichtigen Schritt zum Abbau seiner Altlasten vollzogen, sagte eine Citi-Sprecherin am Mittwoch.

Der Vergleich werde keine Auswirkungen auf die Geschäftsergebnisse haben, da die Summe durch Rückstellungen gedeckt sei. Die Bank habe inzwischen Vorkehrungen getroffen, "um besser gegen unangebrachtes Verhalten gewappnet zu sein".

Der US-Aufsichtsbehörde CFTC zufolge waren unter anderem der Isdafix, der Yen-Libor und der Euro-Yen-Tibor betroffen, die für zahlreiche Finanzgeschäfte bedeutend sind. Der Citigroup wurde zudem vorgeworfen, während der Finanzkrise den Dollar-Libor falsch angegeben zu haben.

Auch andere Banken - darunter die Deutsche Bank - wurden ähnliche Manipulationen unterstellt. Der deutsche Branchenprimus und sechs andere Geldhäuser hatten Anfang Mai eine Klage wegen Zinsmanipulationen mit einem millionenschweren Vergleich beigelegt.

So sehr schmieren Investmentbanken weltweit ab
Investmentbanken mit extremem Durchhänger
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Die Kursturbulenzen im ersten Quartal haben den Einnahmen von Investmentbanken immens geschadet. Zum Jahresbeginn waren die Kurse an den Aktienmärkten weltweit eingebrochen, Firmenübernahmen und Börsengänge wurden aufs Eis gelegt, Bankkunden handelten wegen der immensen Kursschwankungen weniger mit Wertpapieren.

Frankfurter Skyline
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Nach Daten des Finanzdatenanbieters Thomson Reuters fielen die Erträge im Investmentbanking weltweit um 28,5 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro – ein schwächeres Quartal hatte es zuletzt Anfang 2009 gegeben. Goldman Sachs hat den Spitzenplatz abgeben müssen.

Das Ranking umfasst aber nur das Geschäft mit der Ausgabe neuer Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Krediten sowie der Beratung bei Fusionen und Übernahmen – nicht etwa das Handelsgeschäft, in dem etwa die Deutsche Bank sehr stark ist.

Platz 15: Rothschild
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Traditionell ist das erste Quartal das stärkste für die meisten Investmentbanken, daher schlägt der Umsatzrückgang besonders ins Kontor. Unter den Top-20-Banken weltweit findet sich nur eine, die bei den Erträgen im 1. Quartal 2016 zulegen konnte.

Laut Thomson Reuters betrugen die Einnahmen von Rothschild 234 Millionen Dollar, ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – dadurch sprang die Bank um sieben Plätze im Ranking nach oben.

Platz 12: UBS
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Die Schweizer Großbank UBS erwischte ein Quartal, in dem es noch stärker abwärts ging als im Branchenschnitt: Die Einnahmen im Investmentbanking schrumpften um 39,1 Prozent auf 279 Millionen Dollar. Damit konnte die Bank Platz 12 verteidigen, knapp vor HSBC (minus 41,9 Prozent) und BNP Paribas (minus 30,8 Prozent).

Platz 10: RBC Capital Markets
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Die kanadische Investmentbank RBC Capital Marktes (Foto: Werbestand auf einer Automesse) ist das erste Institut in den Top 10, mit knappem Vorsprung vor der Mizuho Financial Group auf Rang 11. Bei RBC schrumpfte das Geschäfts so stark wie der Gesamtmarkt (minus 28,5 Prozent) auf 345 Millionen Dollar.

Platz 9: Wells Fargo
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Die Bank mit Sitz in Kalifornien hält mit Erträgen von 401 Millionen Dollar (minus 34,3 Prozent) ihren Platz und liegt nur knapp hinter der größten deutschen Investmentbank.

Platz 8: Deutsche Bank
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Das Geschäft der Deutschen Bank schrumpft unter den Top 10 der Investmentbanken am stärksten: minus 44,5 Prozent. Die Einnahmen von 498 Millionen Dollar stammen fast zur Hälfte aus dem Anleihegeschäft. Die Bank büßt zwei Plätze auf Rang acht ein.
Einer Analyse des Marktbeobachters Coalition Group zufolge war die Deutsche Bank im vergangenen Jahr – inklusive des Handelsgeschäfts – die fünftgrößte Investmentbank der Welt, in dieser Rangliste ging es ebenfalls zwei Plätze abwärts.
Hier lesen Sie eine Analyse zur Lage des Investmentbankings der Deutschen Bank.

  • rtr
  • dpa
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