Nach Milliarden-Strafe
USA klagen zwei Ex-UBS-Händler wegen Verschwörung an

Im Libor-Skandal ist seit Mittwoch klar, dass die UBS eine Milliarden-Geldstrafe zahlen muss. Jetzt geht es auch ehemaligen Händlern an den Kragen. Allerdings müssen die beiden erst an die USA ausgeliefert werden.
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WashingtonNach einer Milliarden-Strafe gegen die UBS nehmen die amerikanischen Justizbehörden zwei frühere leitende Händler der Schweizer Großbank ins Visier. Nur Stunden nachdem UBS wegen ihrer Verwicklung in den Skandal um den Referenzzinses Libor eine Geldbuße von 1,4 Milliarden Franken berappen musste, leitete das US-Justizministerium am Mittwoch ein Strafverfahren gegen Tom H. und Roger D. ein.

In einer bei einem US-Bezirksgericht in New York eingereichten Anklageschrift wird den beiden Männern Verschwörung vorgeworfen. H. wird zusätzlich des Betrugs und der Preisabsprache mit dem Ziel der Libor-Manipulation im Zusammenhang mit Aktivitäten bei einer weiteren Bank beschuldigt.

Die US-Behörden bemühten sich nun um die Auslieferung der beiden Männer, sagte Lanny Breuer vom US-Justizministerium. Die Behörde gehe davon aus, dass der eine sich in Großbritannien befinde und der andere sich in der Schweiz aufhalte.

Nach Angaben von mit der Sache vertrauten Personen war einer der Männer vor einigen Tagen zusammen mit zwei bei einem unabhängigen Makler beschäftigten Händlern in London von der Polizei festgenommen und befragt worden. Die drei Männer wurden später gegen Kaution freigelassen.

“Lassen Sie sich nicht täuschen. Den UBS-Händlern ging es bei der Manipulation des Libor darum, reich zu werden”, sagte Staatsanwalt Lanny Breuer bei einer Pressekonferenz in der US- Hauptstadt Washington.

Die nun erhobenen Anklagen sind die ersten, die das US- Justizministerium gegen Einzelpersonen anstrengt, die angeblich Libor-Sätze und andere Benchmarks sowohl in Europa als auch in Japan manipuliert haben sollen.

Die UBS hatte sich in dieser Woche im Libor-Fall mit Aufsichtsbehörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz auf Zahlung von insgesamt etwa 1,4 Milliarden Franken (1,16 Milliarden Euro) an Geldstrafen und Gewinnherausgaben geeinigt. Die Summe ist mehr als dreimal so hoch wie jene, die die britische Bank Barclays Plc in der Angelegenheit zahlte.

In Großbritannien wird UBS eine Geldbuße von 160 Mio. Pfund an die FSA zahlen - und in der Schweiz 59 Mio. Franken an die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht, was einer Herausgabe des geschätzten Gewinns entspricht. An das US-Justizministerium und die Terminmarktaufsicht CFTC geht eine Buße von 1,2 Mrd. Dollar. Zudem wird sich die japanische Sparte in einem Anklagepunkt des Betrugs durch Missbrauch elektronischer Kommunikationsmittel schuldig bekennen.

 
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Milliarden-Strafe: USA klagen zwei Ex-UBS-Händler wegen Verschwörung an"

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  • tja Slingshot, das wundert uns jetzt, gelle ;-)

  • Die Amis sind nicht mehr die Weltpolizei. Auch wenn ich in diesem fall mit der Stringenz der Behörden sympathisiere. Eventuell kapieren es ja diese geldgeilen Zocker aber auch nur so, dass es auch ein Risiko gibt. Das Risiko dass es einem mal physisch an den Arsch gehen kann. Wenn das dann auch noch für Politiker so gälte, wäre ich richtig zufrieden.

  • 'UNO liest Israel wegen Siedlungsbau die Leviten' darf natürlich NICHT kommentiert werden!
    Bei der Wahrheit und Meinungen über Israel, des Zentralrates und deren Angehörigen hält jede Meinungsfreiheit auf. Genau bei diesem Punkt setzt auch die Internetzensur in Deutschland ein, die nur ihresgleichen in China findet.

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