Nach Milliardenverlust
Krisenbank Espirito Santo plant Kapitalerhöhung

Die Zahlen sind katastrophal: Die portugiesische Banco Espirito Santo hat im ersten Halbjahr einen Milliardenverlust verbucht. Der neue Chef will das Geldhaus nun mit einer Kapitalerhöhung stärken.
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LissabonDie angeschlagene portugiesische Bank Espirito Santo (BES) hat wegen der Geldprobleme ihrer Gründerfamilie im ersten Halbjahr einen Milliardenverlust verbucht. Das Minus belaufe sich auf 3,6 Milliarden Euro, teilte das Finanzinstitut am Mittwochabend mit.

Der neue Bank-Chef, Vitor Bento, kündigte eine Kapitalerhöhung an, um das Geldhaus zu stärken. Die Maßnahme solle sofort eingeleitet werden. Ein Volumen nannte er zunächst nicht. Etliche Investoren hätten bereits ihr Interesse an einem solchen Schritt bekundet. Zudem erwäge Bento im Rahmen einer Umstrukturierung den Verkauf von Geschäftsteilen der Bank. Der seit Mitte Juli amtierende Bank-Chef sagte, er halte es für möglich, dass bei der BES gegen Gesetze verstoßen worden sei.

Der Aktienkurs des Unternehmens war bereits im Laufe des Tages um mehr als zehn Prozent eingebrochen. Mehrere Unternehmen der Familie Espirito Santo sind insolvent.

Die portugiesische Zentralbank teilte nach Veröffentlichung der katastrophalen Zahlen mit, dass die für die Bilanzen zuständigen Mitarbeiter das Geldhaus verlassen müssten. Die Wirtschaftsprüfer PwC sollten die Bank solange überwachen, bis neue interne Revisoren installiert worden seien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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