Nach Radikalkur: BHF schreibt als Nischenbank wieder schwarze Zahlen

Nach Radikalkur
BHF schreibt als Nischenbank wieder schwarze Zahlen

Die Deutsche-Bank-Tochter hat im abgelaufenen Jahr einen Gewinn von zehn Millionen Euro gemacht: Insgesamt ist die Bilanzsumme seit 2010 um knapp fünf Milliarden Euro geschrumpft. In der Nische profiliert sich BHF.
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FrankfurtDer radikale Schrumpfkurs zeigt Wirkung: Die zum Verkauf stehende BHF-Bank schreibt wieder schwarze Zahlen. Die Deutsche-Bank-Tochter weist für das abgelaufene Jahr einen Gewinn von zehn Millionen Euro vor Steuern aus, wie sie am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Ein Jahr zuvor hatten die Aufräumarbeiten noch zu einem Verlust von 216 Millionen Euro geführt. "2012 hat gezeigt, dass die strategische Transformation hin zu einem klar profilierten Nischenanbieter, der sich durch ein konservatives Geschäftsmodell auszeichnet, richtig war", erklärte BHF-Chef Björn Robens. Auch operativ schrieb die Bank mit vier (2011: minus 25) Millionen Euro wieder schwarze Zahlen.

Die Bilanzsumme sei seit 2010 auf 7,4 Milliarden von 12,7 Milliarden Euro geschrumpft, der Eigenhandel wurde geschlossen und das Investmentbanking drastisch verkleinert. Binnen zwei Jahren fielen 400 Stellen weg, Ende 2012 arbeiteten noch gut 1100 Beschäftigte für die Bank. Die Sparmaßnahmen schlugen sich vor allem im Finanzmarktgeschäft nieder, das im vergangenen Jahr zwölf Millionen Euro verdiente nach einem Verlust 2011. Die drei anderen Geschäftsbereiche, die Vermögensverwaltung (Frankfurt Trust), das Privatkundengeschäft und die Betreuung von reichen Unternehmerfamilien mussten leichte Gewinneinbußen hinnehmen. Im laufenden Jahr soll der Sparkurs fortgesetzt werden, so dass für 2013 "ein positiver Geschäftsverlauf" zu erwarten sei.

Die BHF-Bank war der Deutschen Bank mit der Übernahme von Sal. Oppenheim zugefallen. Seither soll sie verkauft werden - doch das entwickelt sich zur Hängepartie. Der Finanzinvestor RHJ International mit seiner Bank Kleinwort Benson hat sich finanzkräftige Investoren an Bord geholt, um die auf rund 400 Millionen Euro taxierte Übernahme zu stemmen, darunter den Vermögensverwalter Blackrock und den Unternehmer Stefan Quandt. Doch erst in der vergangenen Woche hatte der letzte von ihnen die geforderten Unterlagen bei der Finanzaufsicht BaFin eingereicht. Sobald die Aufsicht zu dem Schluss kommt, dass die Daten vollständig sind, hat sie 60 Tage Zeit zur Prüfung der Fusion.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Dass ich nicht lache! Da versucht man mit Einmaleffekten und Zahlenschieberei ein profitables Geschäftsmodell vorzutäuschen.

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