Nach Richtungsstreit
Vertriebsprofi der Allianz schmeißt hin

Umstrukturierungen, Preiserhöhungen, Kostensenkungsprogramme: Viele Vertriebler der Allianz sind verärgert. Nun scheidet ein Vertriebs-Vorstand im Dissens über die Geschäftsführung aus. Die Gründe bleiben unklar.
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Der Vertrieb der Allianz kommt nicht zur Ruhe. Jetzt wirft ein Vorstand der Vertriebstochter das Handtuch: Thomas Fischer, seit 2006 Mitglied im Vorstand der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG (ABV), wird das Unternehmen zum Jahresende "im gegenseitigem Einvernehmen" verlassen, teilte die Allianz Deutschland AG in einer Pressemitteilung mit.

Als Grund nannte die Allianz "unterschiedliche Auffassungen über die Geschäftsführung". Über die genauen Hintergründe schweigt sich der Konzern aus. In Finanzkreisen heißt es, die Entscheidung sei schon vor längerer Zeit gefallen, noch bevor der Konzern Preissteigerungen in der Autoversicherung und das neue Sparprogramm verkündet hat.

An der Basis der Allianz brodelt es allerdings schon seit längerem. Das letzte Umbauprogramm aus dem Jahr 2006 sorgte lange Zeit für Ärger, und schon im vergangenen Jahr sollen hochrangige Vertriebler die Konzernspitze mit drastischen Worten vor den Folgen von Preiserhöhungen gewarnt haben. "Die Todesspirale dreht sich immer weiter", zitierte damals die "Financial Times Deutschland" einen Sprecher der Interessengemeinschaft der Vertretervereinigungen der Allianz.

Die jüngst angekündigte, starke Preiserhöhung in der Autoversicherung sorgte an der Basis für noch mehr Unmut gegenüber der Unternehmensführung. Auf der Herbstversammlung der bayerischen ABV soll die Rede eines Vorstandes der Allianz Deutschland AG sogar mit Pfiffen und Buhrufen quittiert worden sein, berichten Teilnehmer der Veranstaltung. Die Autoversicherung gilt für viele Vertriebler als Türöffner zum Kunden, um weitere Produkte zu verkaufen. Gerade hier sind sie auf attraktive Angebote angewiesen.

In der Sachversicherung verliert die Allianz seit Jahren Marktanteile. Diese Woche verkündeten Allianz-Deutschland-Chef Markus Rieß und sein Vorstandskollege Severin Moser in einem Handelsblatt-Interview den Umbau ihrer Sachversicherungssparte. Die Kostenquoten sollen sinken, und in der Verwaltung sollen 400 von 2200 Stabsstellen wegfallen. Angesprochen auf die Klagen der Vertreter in der aktuellen Preisrunde sagte Moser: "Wir stehen im ständigen Austausch mit unseren Vertretern. Klar ist, dass jede Tarifanpassung zu Diskussionen führt."

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  • Meinen Respekt vor der Konsequenz des Herrn Fischer. Endlich eine "Führungskraft", die auch Mut zur Verantwortung zeigt.
    Seit die Vorstände mit Versicherung nichts mehr zu tun haben sondern Quereinsteiger von McKinsey und Co sind, wird mehr Wert auf Schein und Folienpinselei als auf Leitung und Sinnhaftigkeit gelegt. Im neu verabschiedeten Programm "Nur die 10 zählt" ist die Rede von "Excellenten Mitarbeitern". Wo bleiben aber die excellenten Führungskräfte? Die Visionen, die nicht von anderen Firmen schon vor Jahren als realitätsfern verworfen wurden? Wie soll ich guten Gewissens Produkte bei einer Firma kaufen, die immer verstärtker auf Ausbeutung der Mitarbeiter und vor allem auf Arbeitsplatzverlagerung zu Billiglohn Zeitarbeitern und ins Ausland nach Indien setzt?

  • Die drastischen Erhöhungen der Allianz, haben sicher mit den 29 Milliarden Euro, die diese Pappnasen in Italien-Anleihen gesteckt haben zu tun. Dieses Geld ist eh unwiederbringlich weg! Früher wäre doch kein Mensch auf die Idee gekommen in griechische Drachmen, spanische Pesten oder in Italienische Lire sein Geld anzulegen. Aber seit wir die Todgeburt „Euro“ haben schon. Sind all diese Länder dadurch besser geworden?? Besser im Lügen und Betrügen vielleicht………..

  • Ich habe meine seit 40 Jahren bestehende Versicherungen bei der Allianz jetzt gekündigt. Als Altkunde wird man da verarscht nach Strich und Faden.

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