Nach Schrumpfkur: Sal. Oppenheim hat wieder Oberwasser

Nach Schrumpfkur
Sal. Oppenheim hat wieder Oberwasser

Die Traditionsbank erklärt ihre eigene Krise für beendet. Nach etlichen Sparmaßnahmen ist Sal. Oppenheim wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. An der ein oder anderen Stelle gibt es aber noch Nachholbedarf.
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FrankfurtNach drei Krisenjahren sieht sich die Traditionsbank Sal. Oppenheim wieder in der Erfolgsspur. Seit der Beinahe-Pleite im Sommer 2009 und der anschließenden Rettung durch die Deutsche Bank stehen Sparmaßnahmen und der Abbau von Altlasten im Vordergrund. Damit gelang dem Kölner Institut 2011 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, wie Bankchef Wilhelm von Haller der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Montag veröffentlichten Interview sagte. Am Ende habe ein zweistelliger Millionengewinn zu Buche gestanden.

Für von Haller, den die Deutsche Bank Ende 2009 zur frisch erworbenen Krisentochter entsandte, ist das nur der Anfang. „Wir wollen in diesem Jahr unser Ergebnis ganz klar weiter steigern“, betonte er. Ziel sei es, neue Kunden zu gewinnen und das verwaltete Vermögen von zuletzt stabilen 60 Milliarden Euro auszubauen. In einigen Segmenten stelle die Bank nach ihrer Schrumpfkur neue Mitarbeiter ein. Von Haller setzt auch auf einen positiven Ausgang der Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit mutmaßlichen Fehlern der alten Bankführung. „Dort wo Rückstellungen nötig sind, haben wir sie gebildet“, sagte er. Die mehr als 220 Jahre alte Bank war wegen ihrer Beteiligung an dem mittlerweile insolventen Handelskonzern Arcandor in Schieflage geraten.

Die Deutsche Bank sprang damals ein und machte rund eine Milliarde Euro für die Übernahme von Sal. Oppenheim locker. Jetzt hofft der Branchenprimus auf einen ordentlichen Ergebnisbeitrag. Die Deutsche Bank baut ihre schwächelnde Vermögensverwaltungssparte gerade radikal um und will große Teile des institutionellen Geschäfts abstoßen. Übrig bleibt im Großen und Ganzen das Geschäft mit Kleinsparern und vermögenden Privatkunden. Die Traditionsmarke Sal. Oppenheim soll vor allem Millionäre anlocken, betreut aber auch institutionelle Kunden.

Der Abbau von Kredit- und Beteiligungsrisiken bei Sal. Oppenheim - seit Ende 2009 um rund 70 Prozent - solle in den nächsten Jahren weitergehen, betonte von Haller, der in wenigen Tagen seinen 60. Geburtstag feiert. Bei den Sparmaßnahmen sieht er sich dagegen auf der Zielgeraden. „Seit Ende 2009 haben wir sehr hart an der Kostenseite gearbeitet und unsere Gesamtkosten um 50 Prozent reduziert“, sagt er. Allein im vergangenen Jahr seien die Kosten um 200 Millionen Euro gesunken. Von den einst 2400 Mitarbeitern sind noch 900 übrig - und dabei soll es nun auch bleiben. Allerdings wurden nicht alle Jobs gestrichen. So verkaufte Sal. Oppenheim das Investmentbanking an das australische Institut Macquarie - mehr als 100 Mitarbeiter gingen damals mit.

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