Nach Zinssenkung
Commerzbank bringt kein Geld zur Bank

Den Strafzins auf Einlagen bei der Europäischen Zentralbank will die Commerzbank so niedrig wie möglich halten. Daher soll nicht mehr Geld als absolut notwendig bei den Währungshütern hinterlegt werden, sagt der Chef.
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FrankfurtDie Commerzbank, Nummer zwei unter den deutschen Banken, wird nicht mehr länger Überschussreserven bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken, nachdem die Währungshüter die Zinsen in den negativen Bereich gesenkt hatten. Das sagte Vorstandschef Martin Blessing am späten Dienstag am Rande einer Konferenz in Frankfurt.

Geschäftsbanken müssen bei der Zentralbank ein Minimum an Sicherheiten hinterlegen. Im März 2014 betrug diese Mindestreserve für deutsche Institute insgesamt 27,4 Milliarden Euro (Seite 42* des Bundesbank-Monatsberichts), zusätzlich hatten sie darüber hinaus weitere 31 Milliarden Euro Überschussreserven bei der EZB hinterlegt.

Blessing bezeichnete die EZB-Entscheidung der vergangenen Woche als Experiment, deren Ergebnisse sich in ein paar Monaten oder Quartalen zeigen würden.

EZB-Chef Mario Draghi hatte am Donnerstag den Einlagensatz auf minus 0,1 Prozent gesenkt - und damit als erste bedeutende Zentralbank einen ihrer Zinssätze in den Negativ-Bereich geführt. Der Negativzins wird unter anderem auf die Überschussreserven angewandt.

Um den Kreditfluss in den Teil der Wirtschaft zu lenken, der diesen benötigt, eröffnete die EZB auch einen 400 Milliarden Euro schweren, an die Kreditvergabe der Banken gebundenen Liquiditätskanal. Außerdem werden die Währungshüter mit Arbeiten zum Erwerb von Aktiva beginnen.

Eine Verschlechterung der Konjunkturperspektiven und eine längere Phase niedriger Inflation hatte die EZB zum Handeln bewogen, um der zerbrechlichen Konjunkturerholung im Euroraum zu begegnen. Die bereits lockere Geldpolitik der EZB war längst nicht in allen Segmenten der aus 18 Ländern bestehenden Währungsgemeinschaft angekommen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Nach Zinssenkung: Commerzbank bringt kein Geld zur Bank"

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  • Wenn Sie Geld haben, muss es irgendwo lagern.
    Entweder als Bargeld (Tresor = teuer),
    bei einer anderen Bank (Zinsen aber latentes Risiko),
    Als Kundenkredit (Meist weniger Nachfrage als Sparanlagen) oder
    bei der EZB!

    Auch wenn das Geld als "Buchgeld" bezeichnet wird, muss es irgendwo lagern - (es existiert nicht nur auf der Festplatte)

  • Kann mal jemand erklären, was es mit dem viel zitierten "Parken über Nacht" von Geld bei der EZB auf sich hat? Vor der letzten Senkung betrug der Zins (korrigiert mich!) doch bereits 0% und jetzt -0,1% - warum verschiebt eine Bank dann überhaupt Geld über Nacht zur EZB? Wo ist der Nutzen? Warum ist es bei der EZB sicherer als auf den eigenen Festplatten? Danke für die Aufkärung...

  • Kann mal jemand erklären, was es mit dem viel zitierten "Parken über Nacht" von Geld bei der EZB auf sich hat? Vor der letzten Senkung betrug der Zins (korrigiert mich!) doch bereits 0% und jetzt -0,1% - warum verschiebt eine Bank dann überhaupt Geld über Nacht zur EZB? Wo ist der Nutzen? Warum ist es bei der EZB sicherer als auf den eigenen Festplatten? Danke für die Aufkärung...

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