Nach Zinsskandal
Ex-Notenbanker soll bei Barclays aufräumen

Die in den Libor-Skandal verwickelte Großbank Barclays hat einen neuen Verwaltungsratschef. Der Ex-Notenbanker David Walker soll den guten Ruf der Bank wieder herstellen. Die Börse reagierte positiv auf die Entscheidung.
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LondonDie britische Großbank Barclays will den Zins-Skandal schnell hinter sich lassen und stellt die Weichen für einen Neuanfang. Das Geldhaus ernannte den ehemaligen Notenbanker David Walker zum neuen Verwaltungsratschef. Der 72-Jährige gilt als Schwergewicht in der Londoner "City" und hat sich vor allem einen Namen als Wächter guter Unternehmensführung (Corporate Governance) gemacht.

Er wird den Posten des Chefaufsehers bei Barclays zum 1. November übernehmen, wie Barclays in der Nacht zum Freitag mitteilte. Walker soll den guten Ruf der Bank wiederherstellen und einen Nachfolger für den langjährigen Vorstandschef Bob Diamond finden. Dieser musste wegen der Affäre um Tricksereien beim Referenz-Zinssatz Libor gehen.

Der Libor ist der Interbanken-Zinssatz, zu dem in Großbritannien Banken anderen Instituten Geld leihen. Die Zinssätze werden auf Grundlage der Angaben von Banken berechnet. Dabei machten Institute falsche Angaben, um Vorteile zu erlangen. Auch die Deutsche Bank soll in den Skandal verwickelt sein. Für die internationalen Bankengeschäfte sind die Interbanken-Sätze von großer Bedeutung.

Die weltweite Affäre um Zinsmanipulationen hatte Barclays in ein Führungschaos gestürzt. Wie Agius musste auch Vorstandschef Bob Diamond seinen Posten wegen des Skandals räumen. Die Bank hat als einziges Institut bislang eine Beteiligung an den Zinsmanipulationen eingeräumt und ist daher mit einer Strafe von fast einer halben Milliarde Dollar belegt worden.

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