Nachholbedarf bei Policen: Versicherer streben nach Asien

Nachholbedarf bei Policen
Versicherer streben nach Asien

Die asiatischen Schwellenländer locken Versicherer mit glänzenden Wachstumsperspektiven. Die Region hat großen Nachholbedarf bei Policen. Kein Wunder, dass die Branche das sprichwörtliche Scheckbuch zückt, um durch Übernahmen Marktanteile zu gewinnen.
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PARIS/LONDON/DÜSSELDORF. Henri de Castries fackelt nicht gerne lange. Wenn der Chef des französischen Versicherungsriesen Axa eine gute Zukaufmöglichkeit sieht, schlägt er zu: Wie bei der Übernahme der Winterthur-Gruppe 2006. Bei der Expansion nach Asien muss de Castries nun eine neue Qualität beweisen: Geduld.

Seit über fünf Jahren schon bemüht er sich, die profitable Südost-Asientochter Axa APH (Axa Asia Pacific Holdings) ganz zu schlucken, die den Franzosen bisher nur zu 54 Prozent gehört. Nach einem ersten Flop vor gut fünf Jahren wagte de Castries Ende 2009 einen zweiten Anlauf - und auch der zieht sich mittlerweile. Bis zum 9. September wollen nun die australischen Wettbewerbshüter entscheiden, ob sie die überarbeitete Co-Offerte von Axa und der australischen Bank NAB akzeptieren. Dabei soll zunächst NAB die Axa APH übernehmen, und anschließend die hochprofitablen Asientöchter an Axa weiterreichen. NAB behält das Geschäft in Australien und Neuseeland. "Wir sind vorsichtig optimistisch", erklärte ein Axa-Sprecher.

Ostasien: Die Region lockt die Versicherer mit glänzenden Wachstumsperspektiven, vor allem in der Altersvorsorge. "Die Schwellenländer Asiens werden sich am dynamischsten entwickeln", sagt Allianz-Spezialistin Renate Finke. "Wir erwarten, dass diese Märkte bis 2020 jährlich um 16,8 Prozent wachsen und dadurch ein Gesamtvolumen von 2,2 Billionen Euro erreichen werden." In den Industriestaaten sanken dagegen in den vergangenen zwei Jahren die Prämieneinnahmen.

Grund genug für Axa-Chef de Castrie bei der Übernahme der Asientöchter von Axa APH nicht locker zu lassen. Mit dem Deal würde er seinem Ziel näher kommen, den Gewinnanteil aus den Emerging Marktes von fünf auf 15 Prozent zu steigern. Die Allianz kommt bereits auf einen Anteil von zwölf Prozent.

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