National Bank of Greece Griechische Krisenbank trennt sich von türkischer Tochter

Die National Bank of Greece hat zu wenig Geld. Das hat der jüngste Stresstest der EZB ergeben. Um das milliardenschwere Loch in der Bilanz zu stopfen, musste das Geldhaus die türkische Tochter Finansbank verkaufen.
Update: 22.12.2015 - 12:52 Uhr
Die griechische Krisenbank muss ihre Bilanz nachbessern. Quelle: ap
National Bank of Greece

Die griechische Krisenbank muss ihre Bilanz nachbessern.

(Foto: ap)

AthenDie National Bank of Greece (NBG) teilte am Dienstag mit, für 2,7 Milliarden Euro ihre 99,81-Prozent-Beteiligung an dem türkischen Geldhaus Finansbank abzustoßen. Mit den Einnahmen könnten auch Finanzhilfen an den Hellas-Rettungsfonds zurückgezahlt werden. Die Transaktion soll im ersten Halbjahr 2016 über die Bühne gehen. Käufer der türkischen NBG-Tochter ist die Qatar National Bank, das größte Geldhaus in der Golf-Region. Es gehört zur Hälfte dem Staatsfonds des Emirats Katar und hatte in den vergangenen Jahren vor allem seine Präsenz in Afrika mit Zukäufen ausgeweitet. Die Finansbank ist in der Türkei die Nummer fünf.

Der NBG-Konkurrent Eurobank teilte unterdessen mit, eine 80-Prozent-Beteiligung am Versicherer Eurolife ERB abzugeben. Diese gehe für 316 Millionen Euro an die kanadische Investment-Gruppe Fairfax. Eurolife ist mit einem Marktanteil von rund zehn Prozent die drittgrößte Assekuranz in Griechenland, dort sowohl im Lebens- als auch im Sachversicherungsgeschäft aktiv. Der Deal soll bis zum Ende des dritten Quartals 2016 über die Bühne gehen. Er verstärkt auch die Verbindung zwischen Fairfax und der Eurobank. Die Kanadier halten 17 Prozent an der Hellas-Bank, die wiederum 20 Prozent der Anteile an Eurolife behalten wird.

Diese Banken sind groß – und daher gefährlich
Klasse 1
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 18 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – eine mehr als im Vorjahr. Sie müssen nur ein Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Unter diesen nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich Geldhäuser wie die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, Credit Agricole, die Royal Bank of Scotland und die Bank of China. Neu hinzugekommen in diese Gruppe ist die US-Bank Morgan Stanley, die im Vorjahr noch einen höheren Kapitalpuffer vorhalten musste.

Klasse 2 – Morgan Stanley
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Die amerikanische Großbank Morgan Stanley landet auf Platz 11. Sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Seit der weltweiten Finanzkrise konzentriert sich Morgan Stanley stärker auf die Vermögensverwaltung. Damit soll das Geschäft weniger schwankungsanfällig werden.

Klasse 2 – Mitsubishi UFJ FG (MUFG)
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Die Mitsubishi UFJ FG (MUFG) muss ebenfalls 1,5 Prozent Kapital als Zuschlag vorhalten. Zu der japanischen Holdinggesellschaft gehört die Bank of Tokyo-Mitsubshi UFJ. Die Bankengruppe gehört im japanischen Leitindex Nikkei neben Toyota, Toshiba und Sony zu den Schwergewichten. Japanische Banken wie die MUFG profitieren derzeit von der extrem expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank. Sie erzielen bessere Ergebnisse als ihre schwächelnden Konkurrenten in Europa.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Im Sommer litt die Bank unter der Flaute an den Märkten. Ein florierendes Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen (M&A) konnte das dritte Quartal nicht retten: Der Nettogewinn brach um mehr als ein Drittel ein.

Klasse 2 – Credit Suisse
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Die zweitgrößte Schweizer Großbank Credit Suisse gilt als gefährlicher als ihr Konkurrent UBS. Der neue Chef der Bank, Tidjane Thiam, baut das angeschlagene Institut derzeit kräftig um. Er kündigte eine Kapitalerhöhung, einen Sparplan und einen Vorstandsumbau an. Aufschlag: 1,5 Prozent.

Klasse 2 – Bank of America
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Das größte Kreditinstitut der USA, die Bank of America, landet auf Platz 7 (Aufschlag: 1,5 Prozent). Die Bank hat die Finanzkrise überstanden und schreibt inzwischen wieder schwarze Zahlen.

Klasse 3 – Deutsche Bank
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Die Deutsche Bank ist das einzige deutsche Geldhaus, das vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant eingestuft wird. Sie muss zwei Prozent Kapital vorhalten. Der britische Neu-Chef John Cryan greift momentan durch und zeigt mit einem umfangreichen Stellenabbau und dem Streichen der Dividende Härte.

Griechenlands Banken leiden stark unter der jahrelangen Wirtschaftsmisere im Land. Sehr viele Kredite sind deswegen ausfallgefährdet. Der jüngste Stresstest der Europäischen Zentralbank hatte bei den vier größten Instituten - darunter NBG und die Eurobank - eine Kapitallücke von 14,4 Milliarden Euro ergeben. Sie soll nun schrittweise geschlossen werden, unter anderem mit der Ausgabe neuer Aktien und den Beteiligungsverkäufen.

  • rtr
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