Nationalbank hat Erfolg Schweizer Franken soll kein sicherer Hafen sein

Die Maßnahmen der Schweizerischer Nationalbank gegen eine Frankenaufwertung in Krisenzeiten haben anscheinend Erfolg: Vermögensverwalter überdenken ihre Wetten auf die Währung.
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„Du hast Gold, du hast den Yen, nutze sie, höre auf, meine Währung zu verwenden.“ Quelle: dpa
Schweizer Franken

„Du hast Gold, du hast den Yen, nutze sie, höre auf, meine Währung zu verwenden.“

(Foto: dpa)

ZürichDie Maßnahmen der Schweizer Nationalbank (SNB) bewegen einige Vermögensverwalter dazu, die Attraktivität des Franken zu überdenken – besonders vor den Frankreich-Wahlen im kommenden Monat, bei denen der Anti-Euro-Politikerin Marine Le Pen gute Chancen nachgesagt werden.

Ein Blick auf die Entwicklung der Schweizer Devise spricht für sich. Am Tag nach dem Votum der Briten, die Europäische Union (EU) zu verlassen, gewann sie zum Euro weniger als ein Prozent an Wert hinzu. Zum Vergleich: Der Goldpreis und der Yen zum Dollar waren jeweils um die vier Prozent gestiegen. Und die Aufwertung des Franken am Tag der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten fiel vergleichsweise gering aus im Vergleich zu anderen Anlagen, die oft als sicherer Hafen gelten.

Aberdeen Asset Management Plc, mit einem Anlagevolumen von umgerechnet rund 374 Mrd. Dollar Ende 2016, nutzt zunehmend Dollar-Aktiva und den Yen als sichere Häfen, während Vontobel Asset Management AG aus Zürich eher Alternativen wie deutsche Bundesanleihen bevorzugt – anstelle des Schweizer Franken.

So entsteht der neue 50-Franken-Schein
Enthüllung in Bern
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Der Schweizer Zentralbank-Chef Thomas Jordan (Mitte), sein Vize Fritz Zurbruegg und Ratsmitglied Andrea Maechler präsentierten den neuen Schein am Mittwoch.

Vorder- und Rückseite auf einen Blick
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„Tschuncanta Francs“ – wie immer sind die Schweizer Geldscheine mehrsprachig.

Bald im Geldautomaten
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Ab 12. April kommen die neuen Schweizer Geldscheine in Umlauf. Den Anfang macht der 50-Franken-Schein, die anderen Noten folgen in den kommenden Jahren. Der 20-Franken-Schein ist für Frühjahr 2017 terminiert, alle Noten sollen bis 2019 getauscht sein.

Auch der 1000-Franken-Schein wird runderneuert werden, während der größte Euro-Schein, der 500er, von der Europäischen Zentralbank zur Disposition gestellt worden ist.

Lange Verzögerung
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Das Bild zeigt die Gestaltung des neuen Scheins am PC. Der Produktionsprozess war jedoch von großen Pannen geprägt. Ursprünglich hatten die ersten neuen Scheine schon 2010 in Umlauf gebracht werden sollen.

Blick ins Geldschein-Atelier
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Ein Grund für die jahrelange Verspätung sei die aufwendige Sicherheitstechnik gewesen, die die neuen Bank-Noten enthalten sollten. Die Integration dieser Sicherheits-Merkmale in einen Massendruck habe sich als komplizierter als erwartet herausgestellt, so die Schweizerische Nationalbank (SNB).

Globus
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Zu den Sicherheitsmerkmalen zählt der Globus, der auf allen Scheinen der mittlerweile 9. Franken-Banknotenserie gleich zweimal aufgebraucht sein wird.

Das Besondere. Eine der Erdkugeln kann nur unter UV-Licht erkannt werden, sie leuchtet dann hell auf. Über den zweiten Globus bewegt sich ein goldener Bogen, wenn man den Geldschein kippt.

Weitere Sicherheitsmerkmale
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Mehr als ein Dutzend Sicherheitsmerkmale nennt die SNB, dazu zählen: Elemente, die beim Kippen erscheinen oder ihre Farbe ändern; ein transparentes Schweizerkreuz - solche Fenster gelten als besonders schwer zu fälschen; erhabene Aufdrucke wie die auf jedem Schein gezeigte Hand; zwei Wasserzeichen und aufgedruckte Mikroschrift.

„Wenn man sich die Preis-Reaktionen bei Stress anschaut und wie enttäuschend der Schweizer Franken beim Thema sichere Häfen ist, wird einem klar, dass die SNB versucht, der Welt zu sagen ,Nutze meine Währung nicht als sicheren Hafen, weil ich das bekämpfen werde’“, meint Ludovic Colin, Chef für globale flexible Anleihen bei Vontobel. Die SNB sage, so Colin, „Du hast Gold, du hast den Yen, nutze sie, höre auf, meine Währung zu verwenden“.

Die SNB hatte in der Vergangenheit am Markt eingegriffen, um die Aufwertung des Franken einzugrenzen, nachdem der Mindestkurs für den Euro im Januar 2015 aufgehoben worden war.

Die Notenbank wiederholte mehrmals ihre Drohung, in den Markt zu gehen, um eine Aufwertung des Franken zu verhindern. Noch immer sei die Währung „signifikant“ überbewertet. Am Dienstagmorgen lag der Franken bei 1,0687 je Euro, womit er seit Jahresbeginn kaum 0,2 Prozent im Plus liegt.

„Die meisten unserer Fonds basieren auf dem Pfund Sterling. Falls wir also in Sorge über die Welt geraten, können wir zumindest immer noch Barmittel halten und dafür bezahlt werden – statt Schweizer Aktiva zu besitzen und sie für das Privileg bezahlen zu müssen, ihnen Geld zu leihen“, erklärt Luke Hickmore, leitender Investmentmanager bei Aberdeen Asset Management in Edinburgh. Die Fondsgesellschaft fusioniert gerade mit dem Konzern Standard Life. Dabei entsteht der größte Vermögensverwalter Schottlands.

Luke Hickmore entschied sich für Euro- und Dollar-Absicherungen im Vorfeld des Brexit-Votums. Colin von Vontobel sagt, keine seiner Anlagestrategien hielt vor oder nach der Brexit-Abstimmung Franken. Zehnjährige deutsche Staatsanleihen mit Renditen um 0,45 Prozent und 0,50 Prozent sind seinen Worten zufolge „exzellente“ sichere Häfen im Angesicht aller politischen Risiken Europas.

Zwar sei es möglich, dass die SNB eine kontrollierte Aufwertung des Franken erlaube, aber sie werde die Devise mit Sicherheit nicht auf extreme Niveaus klettern lassen, sagt Colin. „Ich glaube nicht, dass sie wollen, dass der Schweizer Franken zu viel Aufmerksamkeit bekommt. Sie haben versucht, ihre Währung von der Panik-Knopf-Liste zu nehmen.“

  • Bloomberg
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