NBG übernimmt Alpha: Griechenlands Top-Banken verhandeln über Fusion

NBG übernimmt Alpha
Griechenlands Top-Banken verhandeln über Fusion

In Griechenland ordnet sich die Bankenlandschaft neu: Das größte Geldinstitut des Landes, die National Bank of Greece (NBG), will die Alpha Bank, Nummer drei der Branche, übernehmen.
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AthenDie NBG habe der Alpha Bank heute ein entsprechendes Angebot unterbreitet, hieß es in einer Mitteilung des Instituts. Die Aktien beider Banken wurden an der Athener Börse vom Handel ausgesetzt. Fusionsgerüchte hatten die Kurse beider Aktien bereits gegen Mittag steigen lassen. Bis zur Aussetzung hatte das Papier der NBG im Tagesverlauf um 2,14 Prozent und die Alpha-Aktie um 6,32 Prozent zugelegt.

Der Vorstand der Alpha Bank lehnte nach langen Beratungen am Abend das Übernahmeangebot ab. Die Konditionen der vorgeschlagenen Fusion seien nicht im Interesse der Alpha-Aktionäre, hieß es in einer Erklärung des Instituts.

Die NBG bietet den Alpha-Aktionären acht neue Anteilscheine für elf Alpha-Papiere. Das entspricht einem Premium von 23,4 Prozent auf den Alpha-Schlusskurs vom Donnerstag. Die National-Aktionäre würden demnach 71 Prozent an dem neuen Institut halten. Der Vorstand der Alpha Bank beriet am Nachmittag über das Angebot. Nach Angaben der NBG haben beide Institute bereits am 3. Februar eine Vereinbarung über die Aufnahme von Fusionsverhandlungen unterzeichnet. Dabei seien Exklusivität und Vertraulichkeit vereinbart worden.

Erst diese Woche hatte der griechische Zentralbankchef Giorgos Provopoulos anlässlich der Präsentationen seines geldpolitischen Jahresberichts die griechischen Geschäftsbanken aufgefordert, ihre Kräfte zu bündeln. Die griechischen Banken haben wegen der Schuldenkrise des Landes Liquiditätsprobleme. Die schlechte Kreditwürdigkeit des griechischen Staates, dessen Anleihen von den drei großen Ratingagenturen nur noch mit Ramsch-Status bewertet werden, drückt auch die Bonität der Banken. Sie können sich auf dem Interbank-Markt kaum mehr Geld zu tragbaren Konditionen besorgen und sind zur Refinanzierung deshalb fast vollständig auf die Europäische Zentralbank (EZB) angewiesen. Mit vereinten Kräften könnten die NBG und die Alpha Bank die Krise besser meistern, meinen Analysten.

Die vorgeschlagene Fusion sei ein „sehr wichtiger Schritt zur Konsolidierung und Stärkung des (griechischen) Bankensystems angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen“, heißt es in der Erklärung der NBG. Mit der Fusion entstehe die größte Bank Griechenlands, die eine entscheidende Rolle bei den Bemühungen um einen Wiederaufbau der griechischen Wirtschaft spielen könne, sagte National-Präsident Vassilis Rapanos. Auch in Südosteuropa, wo beide Banken bereits eine starke Präsenz haben, würde das neue  Institut gestärkt.

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